Maschinenbau

Aumann hat Akquisitionshunger

Der Autozulieferer Aumann will im laufenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben und sein Geschäft durch Übernahmen stärken. An der Börse sorgen die Pläne für Hoffnung unter den leidgeprüften Anlegern.

Aumann hat Akquisitionshunger

kro

Frankfurt – Der Spezialmaschinenbauer und Autozulieferer Aumann will sein Geschäft durch Übernahmen in Europa und Nordamerika ausbauen. Mit einer Liquidität von über 100 Mill. Euro zum Jahresende sehe man gute Voraussetzungen für neue Unternehmenszukäufe und befinde sich aktuell in Gesprächen mit einigen potenziellen Übernahmekandidaten, teilte das ehemalige SDax-Unternehmen am Montag mit. Die Größe möglicher Zukäufe liege umsatzseitig jeweils im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Es sei allerdings trotz des momentan wieder anziehenden M&A-Geschehens schwer abzuschätzen, wann es zu einem oder mehreren erfolgreichen Abschlüssen komme, hieß es weiter.

Im vergangenen Jahr war der Auftragseingang des 1936 gegründeten Unternehmens aus dem nordrhein-westfälischen Beelen laut vorläufigen Zahlen um 50 % auf 236 Mill. Euro gestiegen. Dabei haben sich die Bestellungen im strategisch wichtigen Geschäft mit der Elektromobilität im Vergleich zu 2020 mehr als verdoppelt. Es seien besonders im Bereich der Batterietechnologie mehrere Großaufträge an Land gezogen worden, betonte das Unternehmen. Nachdem der Ordereingang im Corona-Krisenjahr 2020 um 17 % eingebrochen war, lag der Umsatz im Jahr 2021 nun mit 161 Mill. Euro um 7 % unter dem Vorjahreswert. Die Ebitda-Marge landete bei −1,8 % und damit im Rahmen der Prognose.

Im laufenden Jahr will Aumann nun wieder schrittweise zur Profitabilität zurückkehren und eine Marge von 4 bis 5 % sowie einen Umsatz von über 200 Mill. Euro erzielen. Damit würden die Erlöse allerdings weiter deutlich unterhalb des Vorkrisenniveaus landen − 2019 kam Aumann hier auf knapp 260 Mill. Euro und 2018 sogar auf über 290 Mill. Euro. Der vollständige Bericht zum Geschäftsjahr 2021 soll am 31. März vorgelegt werden.

An der Börse zeigten sich die Anleger dennoch erfreut: Die Aktie legte zwischenzeitlich um fast 11 % auf etwa 13,90 Euro zu. Hauptanteilseigner des Unternehmens ist mit 40 % die auf den Mittelstand ausgerichtete Berliner Beteiligungsgesellschaft MBB, deren Aktie ebenfalls mit 1,6 % an Wert dazugewann. MBB hatte Aumann im Jahr 2015 mehrheitlich übernommen und 2017 an die Börse gebracht. Von ihrem Ausgabekurs bei 42 Euro hatten sich die Titel allerdings ab Ende 2018 immer weiter entfernt. Die lahmende Nachfrage aus der Autoindustrie und der teure Umstieg vom Verbrenner auf den Elektroantrieb machen der gesamten Autozuliefererbranche seit einigen Jahren schwer zu schaffen.

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