Chemieindustrie

BASF gibt Unternehmensbereichen mehr Kontur

Fokussierte Geschäftsbereiche der BASF sollen sich künftig in stärkerer Eigenständigkeit im Wettbewerb behaupten. Über eine Steuerung mit branchenspezifischen Kenngrößen will der Chemiekonzern seine Profitabilität steigern.

BASF gibt Unternehmensbereichen mehr Kontur

BASF gibt Unternehmensbereichen
mehr Kontur

Differenzierte Konzernsteuerung soll Profitabilität steigern

swa Frankfurt

Über neue Steuerungsgrößen und eine stärkere rechtliche Eigenständigkeit von Unternehmensbereichen will der Chemiekonzern BASF die Profitabilität der Gruppe steigern. Nach dem Vorbild der BASF-Coatings sollen die Sparten Battery Materials und Agricultural Solutions rechtlich verselbständigt werden, aber als Tochtergesellschaften weiterhin fest im Konzern verankert bleiben, teilte das Unternehmen anlässlich eines Kapitalmarkttages mit. BASF werde sich keine Holdingstruktur geben, unterstrich Vorstandschef Martin Brudermüller in einem Pressegespräch. BASF bleibe ein "integrierter Konzern".

Cashflow im Fokus

Für eine differenzierte Steuerung des Konzerns würden die Unternehmensbereiche Coatings, Battery Materials und Agricultural Solutions eigene SAP-Systeme erhalten. Geschäftseinheiten, die physisch nicht so sehr in den Verbund integriert seien, sollen mehr Eigenständigkeit bekommen, "um schlagkräftiger, schneller und profitabler" zu werden. Brudermüller wies Aussagen von Gewerkschaftsvertretern zurück, wonach es sich um eine Ausgliederung von Geschäftsbereichen handele. BASF habe nicht vor, sich von den von der rechtlichen Neuordnung betroffenen Segmenten zu trennen. Die Anpassung werde sich über Jahre hinziehen.

Schon mit Beginn des neuen Geschäftsjahres soll indes die Steuerung über Leistungskennzahlen (KPI) an den profilierteren Auftritt im Markt angepasst werden, erläuterte Finanzvorstand Dirk Elvermann. Die industriespezifisch konturierten Geschäfte will BASF differenzierter über branchenspezifische Kenngrößen lenken, um deren Performance im Wettbewerb sichtbarer zu machen. Über alle Segmente will BASF die Cash-Orientierung forcieren und künftig auf Konzernebene eine Prognose für das Ebitda vor Sondereinflüssen und den Free Cashflow geben statt eines Ausblicks für Umsatz, bereinigtes Ebit und Kapitalrendite (Roce).

Beim Ebitda vor Sondereinflüssen strebt der Konzern künftig im Verbundgeschäft über den Chemiezyklus hinweg einen Wert von 17% an, der Bereich Coatings soll mittelfristig mindestens 15% erreichen, Agricultural Solutions peilt mittelfristig mindestens 23% an und Battery Materials soll bis 2030 mindestens 30% erwirtschaften.

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