Börsengänge

Comeback der IPOs für 2024 erhofft

Das Volumen europäischer Börsengänge ist 2023 um mehr als ein Drittel geschrumpft. Nun hoffen Banker auf ein Comeback im neuen Jahr, da potenzielle Zinssenkungen und ruhigere Märkte das Interesse an Neuemissionen wiederbeleben.

Comeback der IPOs für 2024 erhofft

Comeback der IPOs für 2024 erhofft

In Europa schrumpft das Volumen der Börsengänge im Jahr 2023 um mehr als ein Drittel auf 14 Mrd. Dollar

Das Volumen europäischer Börsengänge ist 2023 um mehr als ein Drittel geschrumpft. Nach einer zweijährigen Durststrecke stehen IPOs 2024 vor einem starken Comeback, da potenzielle Zinssenkungen und ruhigere Märkte das Interesse an Neuemissionen wiederbeleben. Das ist zumindest die Hoffnung der Banker.

cru/Bloomberg Frankfurt

Europäische Unternehmen haben im Jahr 2023 rund 14 Mrd. Dollar über Börsengänge an europäischen Börsen eingenommen. Das entspricht einem Rückgang von 36% gegenüber den fast 22 Mrd. Dollar, die im Jahr 2022 eingenommen wurden, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht.

Das ist der niedrigste Wert für den Markt seit fast einem Jahrzehnt und nur ein Bruchteil der über 90 Mrd. Dollar Emissionserlös im Jahr 2021. Jetzt bereitet sich jedoch eine Reihe von Adressen – von Unternehmen über Regierungen bis hin zu Private-Equity-Fonds – darauf vor, ihre Firmenbeteiligungen an der Börse zu versilbern.

Aufschwung erwartet

"Nach zwei schwierigen Jahren, die eigentlich Anpassungsjahre für die Exzesse der Jahre 2020/2021 waren, werden wir 2024 wahrscheinlich einen Aufschwung erleben", sagt Andreas Bernstorff, Leiter des Bereichs Equity Capital Markets bei BNP Paribas: "Wir haben definitiv einen volleren ECM(Equity Capital Markets)-Kalender, die Zinsen sind gesunken, die Inflation kühlt sich ab und die Bewertungserwartungen sind vernünftiger."

So haben sich etliche Börsenkandidaten bereits in einer Reihe aufgestellt: In Deutschland geht es neben Douglas, DKV Mobility und der Oldenburgischen Landesbank auch um Flix, Stada und Techem. In allen sechs Fällen handelt es sich um "Dual Track"-Verfahren, bei denen ein Börsengang eine gleichwertige Option neben dem Verkauf im Ganzen ist.

Wahrscheinlich wird Luz Saude, die Gesundheitssparte von Fidelidade, einem portugiesischen Versicherer, der von der chinesischen Fosun International kontrolliert wird, den europäischen IPO-Kalender für das nächste Jahr mit einer Notierung in Lissabon eröffnen. Zum IPO wird es indes wahrscheinlich nur dann kommen, wenn Fidelidade eine Bewertung von etwa 1 Mrd. Euro erreichen kann. Fidelidade trifft sich Mitte Januar mit den Banken, um über die Börsennotierung zu beraten. Wenn das Unternehmen beschließt, das IPO voranzutreiben, findet das Debüt wahrscheinlich im ersten Quartal statt.

CVC will Douglas versilbern

Ebenfalls für das erste Quartal vorgesehen ist das IPO des internationalen Flughafens Athen (Athens International Airport), Griechenlands größtem Flughafen. Der staatliche Hellenic Republic Asset Development Fund rechnet mit einem Erlös von bis zu 1 Mrd. Euro aus dem Verkauf seines Anteils.

Weit gediehen sind auch die Vorbereitungen bei Douglas. Der Finanzinvestor CVC erwägt ein IPO des deutschen Parfümhändlers und könnte einen Wert von mehr als 7 Mrd. Euro anstreben. Mandatiert sind Goldman Sachs, Citigroup, Unicredit, Deutsche Bank und UBS. Die Börsennotierung in Frankfurt könnte in der ersten Jahreshälfte stattfinden.

Ein weiterer Kandidat für eine Börsennotierung in der ersten Jahreshälfte ist der spanische Modehändler Tendam, der den Finanzinvestoren CVC und PAI gehört. Das Unternehmen könnte bei einer Börsennotierung mit bis zu 2 Mrd. Euro bewertet werden. Als weiteres Anzeichen für eine mögliche Wiederbelebung des spanischen IPO-Marktes erwägt der Mode- und Schönheitskonzern Puig einen Börsengang in Madrid, der eine Marktkapitalisierung von bis zu 10 Mrd. Euro haben könnte.

EQT schiebt Galderma an die Börse

Für den Hautpflegekonzern Galderma erwägt der schwedische Finanzinvestor EQT ein IPO, nachdem das geplante 3 Mrd. Euro schwere Debüt Anfang 2023 verschoben wurde. Gleichzeitig arbeitet der französische Pharmakonzern Sanofi an der Abspaltung der 20 Mrd. Dollar schweren Consumer-Health-Sparte.