Gläubigerversammlung

Für Corestate geht es um Wohl und Wehe

Bei Corestate kommt es am 28. November zum Showdown. Es gibt zwei konkurrierende Konzepte für die finanzielle Restrukturierung.

Für Corestate geht es um Wohl und Wehe

hek Frankfurt

Der Immobilien-Investmentmanager Corestate Capital geht mit dem finanziellen Restrukturierungskonzept der Investorengruppe, die CEO Stavros Efremidis an Land gezogen hat, am 28. November in Luxemburg in die Gläubigerversammlung. Da aber das Komitee der Bondholder diesen Plan ablehnt und ihr eigenes Umschuldungskonzept als Hilfsantrag auf der Tagesordnung steht, spricht viel dafür, dass sich die Gläubiger mit ihrem Ansatz durchsetzen werden. In firmennahen Kreisen gilt es auch als möglich, dass sich Bondholder und Investorengruppe noch auf eine Kompromisslösung verständigen.

Beide Konzepte sehen einen Gläubigerverzicht von 80 % vor, unterscheiden sich aber in anderen zentralen Punkten (BZ vom 8. November). Die Bondholder verlangen die Berufung eines Restrukturierungsvorstands und eine angemessene Gegenleistung für den Verzicht. Beides seien rote Linien, heißt es in ihren Kreisen. Das Angebot der Investoren, die Gläubiger mit der Hälfte bestimmter Nettoerlöse zu kompensieren, sei unzureichend. Sie fordern 81,25 % des Aktienkapitals über einen Debt-Equity-Swap. Die Investorengruppe schlägt vor, Eigenmittel über eine Kapitalerhöhung und eine Pflichtwandelanleihe einzuschießen.

Im Feuer stehen eine Wandelan­leihe und ein Firmenbond im aus­stehenden Gesamtvolumen von 488,4 Mill. Euro. Ein zweiter Hilfsantrag zielt darauf, die Endfälligkeit des am Veranstaltungstag ablaufenden Wandlers bis 15. April 2023, dem Fälligkeitstag des Bonds, zu verlängern, um eine Insolvenz zu vermeiden. Für Beschlüsse sind 75 % der teilnehmenden Stimmen erforderlich. Die Mindestpräsenz von 50 % dürfte keine große Hürde darstellen.

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