Fluggesellschaften

Green Transition drückt Margen der Airlines

Die Flugbranche ächzt unter hohen Treibstoffpreisen. Doch langfristig dürften der Wandel zu umweltfreundlichen Kraftstoffen und Wettbewerber auf der Schiene die größere Herausforderung darstellen.

Green Transition drückt Margen der Airlines

sar Frankfurt

Trotz deutlicher Preissteigerungen bei Flugtickets werden viele Airlines auch das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust abschließen. Das prognostiziert Allianz Trade in einer aktuellen Analyse. Dabei zieht das Passagieraufkommen derzeit wieder an, und auch die Ticketpreise legen zu: Bis zum Jahresende geht Allianz Trade von einer Preissteigerung um 21% gegenüber dem Vorjahr aus. Dem stehen allerdings die hohen Treibstoffkosten gegenüber, die im bisherigen Jahresverlauf bereits um 89 % nach oben geklettert sind.

Die Studie prognostiziert zwar Einnahmesteigerungen von bis zu 102 % gegenüber dem stark von der Pandemie geprägten Jahr 2021, doch für die Rückkehr in die Gewinnzone werde selbst das in der Breite noch nicht reichen: „Wir gehen davon aus, dass die meisten europäischen Fluglinien erst 2023 wieder die Gewinnzone erreichen werden“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in der DACH-Region.

Ein Knackpunkt bei europäischen Airlines sind die Personalkosten, die mit einem Anteil von durchschnittlichen 25 % des Umsatzes deutlich über dem weltweiten Schnitt von 19 % liegen. Daher gebe es auch wenig Motivation, das in der Pandemie abgebaute Personal kurzfristig wieder aufzustocken, schreiben die Studienautoren. Flugausfälle könnten daher das „New Normal“ werden.

Langfristig setzt die Green Transition hin zu weniger umweltschädlichen Antriebsstoffen die Margen der Airlines besonders unter Druck: Gerade in Europa, das im internationalen Vergleich über eines der längsten Schienennetze verfügt, müssten Airlines in energieeffiziente Flotten investieren, um gegenüber der Bahn wettbewerbsfähig zu bleiben, schreiben die Analysten. Doch umweltfreundliche Kraftstoffe sind etwa 2,5 Mal teurer als herkömmlicher Treibstoff. Will eine Airline im Jahr 2035 eine Mischung aus 20 % umweltfreundlichen Kraftstoffen und 80% Kerosin nutzen, würde das die Treibstoffkosten um schätzungsweise 30 % ansteigen lassen, rechnen die Analysten vor. Soll der Anteil an umweltfreundlichen Treibstoffen im Jahr 2045 einen Anteil von 38 % erreichen, bedeutet dies sogar um 57 % höhere Kosten.

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