Triebwerkbauer

MTU steuert 1 Mrd. Euro Gewinn an

Auf seinem diesjährigen Kapitalmarkttag hat der Triebwerkbauer MTU Aero Engines mit einer ambitionierten Prognose bis 2025 überzeugt. Die Aktie des Dax-Mitglieds gewann über 6%.

MTU steuert 1 Mrd. Euro Gewinn an

sck München – Vor dem Hintergrund eines sich erholenden Luftfahrtsektors wird der Flugzeugtriebwerkbauer MTU Aero Engines mutiger bei seinem mittelfristigen Ausblick. Auf einer Investorenkonferenz in London teilte der Vorstand mit, bis zum Jahr 2025 ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit bereinigt) von „etwa“ 1 Mrd. Euro erwirtschaften zu wollen. Bis dahin steuert der Münchner Dax-Konzern einen Umsatzzuwachs auf rund 8 Mrd. Euro an. Das entspräche einer operativen Marge von 12,5%.

Vor Analysten sprach der scheidende Vorstandsvorsitzende Reiner Winkler von einer „anhaltend positiven Entwicklung“, die trotz vielfältiger Krisen „intakt“ sei. „Das Wachstum, das wir für 2023 sehen, dürfte sich daher auch 2024 und 2025 in steigenden Umsatz- und Ergebniswerten fortsetzen“, so der CEO.

Winkler gab damit die Richtung für seinen designierten Nachfolger vor. Technikvorstand Lars Wagner folgt zum Jahreswechsel auf den langjährigen CEO. Wagner soll neue Impulse setzen angesichts des Klimawandels und der fortschreitenden Elektromobilität.

Im kommenden Jahr will das Unternehmen an das Tempo im laufenden Zwölf-Monats-Turnus an­knüpfen. Die Geschäftsleitung stellte für 2023 Konzernerlöse in einer Spanne von 6,4 Mrd. bis 6,6 Mrd. Euro in Aussicht. Auf Basis des erwarteten Umsatzes 2022 von 5,4 Mrd. bis 5,5 Mrd. Euro wäre das ein Plus von rund 20%. Das Ebit dürfte 2023 „ im niedrigen Zwanziger-Prozentbereich zu­nehmen“. Damit steuert MTU im kommenden Jahr ein bereinigtes Ebit von bis zu 742 Mill. Euro an.

Aktie springt um 6,4 Prozent

Das wäre das zweithöchste Jahresresultat des Konzerns, der 2019 – also vor Ausbruch der Corona-Pandemie – operativ 757 Mill. Euro verdient hatte. In diesem Jahr steuert MTU ein Ebit von maximal 613 (2021: 468) Mill. Euro an. Die Umsatzrendite würde bei 11,2% stagnieren. Spätestens 2024 soll laut Finanzvorstand Peter Kameritsch das Ergebnis das Rekordniveau vor Ausbruch der Pandemie überschreiten. Die Anleger reagierten auf die optimistischen Prognosen euphorisch. Die Aktie von MTU sprang in der Spitze um 6,4% auf 191 Euro.

Als Wachstumstreiber des nächsten Jahres nannte der Vorstand das Großseriengeschäft. Am stärksten dürfte das Umsatzwachstum 2023 MTU zufolge im zivilen Seriengeschäft sein: Die Geschäftsleitung rechnet mit einem organischen Umsatzplus von rund 30%. „Die Produktionsvolumina der A320neo-Antriebe und der Triebwerke für Regionalflugzeuge dürften deutlich zunehmen, ebenso die Produktion von Antrieben für Business Jets. Auch die Produktion von Widebody-Triebwerken dürfte langsam wieder anzie-hen“, berichtete Programm-Vorstand Michael Schreyögg. Die A320-Mittelstreckenbaureihe von Airbus ist die Cashcow des europäischen Luftfahrtkonzerns.

„Insgesamt dürfte die Triebwerksflotte mit MTU-Beteiligung bis zum Jahr 2030 um jährlich 6,1% wachsen. Das eröffnet uns hervorragende Perspektiven“, erläuterte der künftige CEO. Wagner ergänzte: „Beim Produktionshochlauf haben wir die gesamte Wertschöpfungskette im Blick. Die Rohmaterialversorgung sichern wir durch langfristige Ver-träge ab.“

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