Krones

Prognose optimistischer formuliert

Der Maschinenbauer Krones erhielt im dritten Quartal so viele Aufträge wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Er will nun das obere Ende seines Umsatzziels 2021 erreichen.

Prognose optimistischer formuliert

mic München

Krones erlebt einen Auftragsboom und geht etwas optimistischer in den Schlussspurt 2021. Vorstandsvorsitzender Christoph Klenk und Finanzvorstand Norbert Broger präzisierten die im Juli erhöhte Umsatzprognose im Gespräch mit Analysten. Es werde nun der obere Wert des Wachstumsziels für das Gesamtjahr von 7 bis 9 % erreicht, erklärte der Hersteller von Verpackungs- und Getränkeabfüllanlagen. In den ersten neun Monaten erhöhten sich die Erlöse um 7,9 % auf 2,6 Mrd. Euro (siehe Tabelle). Nach einem schwachen Jahresstart gewinnt Krones enorm an Tempo. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 23 % auf 923 Mill. Euro.

Der Rückenwind wird auch weiterhin zunehmen, darauf deutet der hohe Auftragseingang hin. Die Orders legten in den ersten neun Monaten um 39 % auf 3,2 Mrd. Euro zu, so dass per Ende September 8 % mehr Auftragsvolumen in die Bücher flossen als vor der Pandemie per Ende September 2019. Zudem holte Krones im dritten Quartal mit 1,1 Mrd. Euro (plus 36 %) so viele Aufträge herein wie noch niemals zuvor zwischen Juli und September. Der Auftragsbestand kletterte damit in den vergangenen zwölf Monaten um 58 % auf 1,8 Mrd. Euro per Ende September.

Allerdings geht die angespannte Lage an den Beschaffungsmärkten und in den Lieferketten nicht spurlos an dem Maschinenbauer vorbei. Man werde die Herausforderung im laufenden Geschäftsjahr bestmöglich meistern, schreibt Klenk im Quartalsbericht an die Aktionäre. Die Probleme sind aus seiner Sicht bei weitem nicht ausgestanden. Er rechne damit, „dass die Unwägbarkeiten an den Beschaffungsmärkten 2022 weiter anhalten oder sogar zunehmen“.

Die Zusatzkosten infolge steigende Einkaufspreise lassen sich im Krones-Zahlenwerk bereits ablesen. Der Materialaufwand stieg in den ersten neun Monaten stark überproportional zum Umsatz, er legte um 11,9 % zu. Im dritten Quartal schossen die Ausgaben für Material sogar um 22,6 % nach oben, die Erlöse legten aber mit dem gleichen Tempo zu. Die höheren Frachtkosten lassen sich nicht aus der Gewinn-und-Verlust-Rechnung herausfiltern, sie gehen im Posten sonstige betriebliche Aufwendungen auf. Der Maschinenbauer hatte die Verkaufspreise bereits Anfang August um 6 % erhöht.

Ebitda-Marge auf Zielniveau

Der operative Gewinn (Ebitda) erhöhte sich in den ersten drei Quartalen um 44 % auf 213 Mill. Euro, das Ergebnis vor Steuern vervielfachte sich auch dank entfallener Goodwill-Abschreibungen. Der Gewinnsprung ist unter anderem das Ergebnis eines nur geringfügig (3,5 %) gestiegenen Personalaufwands. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Zahl der Beschäftigten um 659 auf 16180. Krones peilt mit Blick auf das Gesamtjahr eine Ebitda-Marge von 7 bis 8 % an. Nach neun Monaten beträgt sie 8,0 %. Dies sind 2 Prozentpunkte mehr als in der gleichen Periode ein Jahr zuvor.

Krones
Konzernzahlen nach IFRS

  9 Monate  

in Mill. Euro

2021

2020

Umsatz

26432449
Ebitda213147
  in % vom Umsatz8,06,0
Ergebnis vor Steuern11827
Nettoergebnis8717
Freier Cash-flow108– 58
Börsen-Zeitung