Aromenhersteller

Symrise sortiert margenschwache Geschäfte aus

Symrise hat das revidierte Margenziel erreicht. Mit 19,1% ist Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram aber nicht zufrieden. Daher fällt der Ausblick auf 2024 ganz nach dem Geschmack der Investoren aus.

Symrise sortiert margenschwache Geschäfte aus

Symrise gibt margenschwache Geschäfte ab

Dividende steigt trotz Ergebnisrückgangs – Ausblick überzeugt

ab Düsseldorf

Mit einer operativen Umsatzrendite von 19,1% hat Symrise 2023 das im Dezember revidierte Ziel erreicht. Schon im neuen Turnus soll zumindest der untere Rand des mittelfristigen Zielkorridors von 20% bis 23% erreicht werden. Dabei soll der Umsatz um 5% bis 7% wachsen. Auch aus diesem Grund trennt sich der Duft- und Aromenhersteller von Randgeschäften, die die Marge verdünnen, wie der Ende des Monats ausscheidende Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram vor der Presse sagte.

Eingetütet ist die mehrheitliche Abgabe des Getränkehandels in Großbritannien an den langfristigen Distributionspartner Th. Geyer. Das Geschäft steht für einen Umsatz von 40 Mill. Euro. Ein weiteres Geschäft soll noch in diesem Jahr folgen. Um welche Geschäftseinheit es sich handelt, verriet Bertram noch nicht.

Es handele es sich um ein Geschäft, das von der Umsatz- und Größenordnung mit dem Getränkehandel vergleichbar und das zugleich mit einem anderen Geschäft eng verzahnt sei. Daher müsse es zunächst herausgelöst werden. Wenn die Marge bröckele, seien solche Schritte erforderlich. Schon im Vorjahr hatte Symrise ein Effizienzprogramm aufgelegt, mit dem im laufenden Turnus 50 Mill. Euro eingespart werden sollen. Entlassungen werde es jedoch nicht geben, sagte Bertram.

Währungseffekte und Sonderlasten drücken aufs Ergebnis

Im zurückliegenden Geschäftsjahr hatten negative Währungseffekte, gestiegene Rohstoffkosten und hohe Sonderlasten das Ergebnis belastet. Nachdem es Ende 2022 einen Brand in der US-Produktionsstätte Colonel Island gegeben hatten, stand die Produktion nachfolgend still. Die damit im Zusammenhang stehenden Kosten schlugen im Abschluss 2023 mit 46,5 Mill. Euro zu Buche. Auslöser für die Gewinnwarnung im Dezember vorigen Jahres war dagegen die drastische Abwertung des argentinischen Peso.

Letztlich baute Symrise den Konzernumsatz im abgelaufene Turnus um 2,4 (organisch: 7,9)% auf 4,7 Mrd. Euro aus. Das bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) gab dagegen um 2% auf 903,5 Mill. Euro nach. Die Sondereffekte führten letztlich zu einem Rückgang im Konzernergebnis um 16% auf 340 Mill. Euro.

Dax-Gewinner

Dessen ungeachtet sollen die Aktionäre zum 14. Mal in Folge eine auf 1,10 (i.V. 1,05) Euro erhöhte Dividende erhalten. Das ist auch möglich, weil Symrise den freien Cashflow signifikant auf 533 (301) Mill. Euro ausbaute. Dahinter stand in erster Linie die Reduktion der Kapitalbindung im Working Capital. Der freie Cashflow entsprach 11,7% des Umsatzes. In der Planung für 2024 sind 12% vorgesehen, mittelfristig werden 14% avisiert. An der Börse wusste Symrise mit dem Ausblick zu überzeugen. Mit einem Kurssprung um über 7% führte Symrise die Gewinnerliste im Dax an.

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