Chipkrise

TSMC erwartet knappe Kapazität bis 2022

Auch 2022 könnte der Halbleitermangel anhalten und die Wirtschaft ausbremsen. Zu dieser Einschätzung kommt zumindest TSMC, der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger.

TSMC erwartet knappe Kapazität bis 2022

mf Tokio

− Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC sagt auch für 2022 Lieferengpässe vorher. „Die Nachfrage in den Märkten für PCs und Smartphones lässt nach, aber unsere Kapazität wird in diesem Jahr und im gesamten Jahr 2022 eng bleiben“, erklärte CEO Wei „C.C.“ Che-Chia bei der Vorlage der Quartalszahlen. In der Folge könnte sich die Knappheit von Halbleitern in vielen Branchen weiter hinziehen.

Erstmals bestätigte Wei ein „kurzfristiges Ungleichgewicht infolge einer Lieferkettenstörung durch Covid-19“. TSMC habe seinen Teil dazu beigetragen, die Kunden in der Autoindustrie zu unterstützen. „Jedoch können wir nicht alle Lieferherausforderungen der Autobauer lösen, da auch Faktoren wie die Pandemie in Südostasien die Versorgung beeinträchtigen“, erläuterte der TSMC-Chef.  Eine „industrieweite Korrektur der Lagerbestände“ sei in naher Zukunft möglich, weil sich die Knappheit nur auf wenige Komponenten beziehe, warnte er.

Weiter hohe Nachfrage

Laut dem Unternehmen aus Hsinchu wird der Umsatz in diesem Jahr um 24% gegenüber dem Vorjahreswert von 45,5 Mrd. Dollar noch stärker wachsen als zuvor prognostiziert. Zur Begründung verwies man auf einen „Megatrend der Industrie“. Bislang hatte TSMC ein Plus von 20% erwartet. Für das laufende Vierteljahr bis zum Jahresende erwartet der taiwanesische Hersteller einen Um­satz von 15,4 bis 15,7 Mrd. Dollar. Im Vorjahr waren es 12,7 Mrd. Dollar. Damit profitiert TSMC weiter von der starken Nachfrage nach elektronischen Geräten durch die Pandemie. Die Auftraggeber von TSMC reichen von Smartphone-Produzenten wie Apple über Chipdesigner wie Nvidia bis zu Unternehmen der Autoindustrie.

Im abgelaufenen Vierteljahr steigerte der taiwanesische Halbleiterriese den Gewinn unterm Strich um 13,8% auf 156,3 Mrd. Taiwan-Dollar (4,8 Mrd. Euro) und übertraf den Konsens der Analysten deutlich. Die Einnahmen kletterten um 16,3% auf den Rekord von 414,7 Mrd. Taiwan-Dollar (12,7 Mrd. Euro). Das Be­triebsergebnis legte um 14% auf 161 Mrd. Taiwan-Dollar (4,9 Mrd. Euro) zu. Daraus ergibt sich eine operative Marge von 41,2%. Ein Faktor war die Zulieferung für die iPhone-13-Modelle von Apple.

Erstmals bestätigten die Taiwanesen offiziell, dass sie künftig Systemchips in ihrem ersten Werk in Japan produzieren wollen. Baubeginn soll 2022 sein. Ab 2024 würden Chips mit 22- und 28-Nanometer-Leitern ge­baut, die sich für breite Anwendungen wie Bildsensoren und Mikrocontroller eignen. Der Fabrikbau sei in den bisher angekündigten Kapitalausgaben von 100 Mrd. Dollar bis 2024 nicht enthalten.

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