Consulting

Wirtschaftsprüfer und Berater wollen Preise erhöhen

Im laufenden Jahr sind die Kosten für Wirtschaftsprüfer bereits gestiegen, eine Umfrage zeigt nun: Auch 2024 soll es für die Kunden teurer werden. Auch Management-, IT- und Personalberater wollen höhere Honorare fordern.

Wirtschaftsprüfer und Berater wollen Preise erhöhen

Wirtschaftsprüfer und Berater wollen Preise erhöhen

Lünendonk sieht hohe Nachfrage in allen B2B-Service-Märkten – Consulting-Häuser rechnen mit steigendem Umsatz

sar Frankfurt

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungshäuser in Deutschland können höhere Kosten offenbar gut an ihre Kunden weiterreichen. Darauf deutet eine Blitzumfrage des Research-Hauses Lünendonk & Hossenfelder unter 116 Personen aus B2B-Dienstleistungsunternehmen hin.

Im laufenden Jahr haben demnach 86% der Service-Unternehmen ihre Preise erhöht, 2024 wollen 91% höhere Budgets durchsetzen. Besonders deutlich ist das Bild bei den Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern: Alle Teilnehmer aus diesem Bereich haben 2023 Honorarerhöhungen geltend gemacht. Der Großteil der Erhöhungen fiel deutlich aus: Der Umfrage zufolge haben 44% der Häuser die Honorare um 8 bis 10% angezogen, weitere 17% der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater verlangten sogar ein Plus von über 10%.

2024 wollen ebenfalls alle teilnehmenden Prüfer und Steuerberater höhere Honorare durchsetzen, allerdings sind die Steigerungen weniger stark: Jedes zweite Haus strebt eine Honorarsteigerung von 4 bis 6% an. Gut jeder zehnte Teilnehmer aus dem Bereich plant für 2024 ein Plus von 10% und mehr.

Höhere Preise durchsetzbar

Dass die Dienstleister Preiserhöhungen an ihre Kunden durchreichen können, liege an einer hohen Nachfrage „in allen B2B-Service-Märkten“, kommentiert Lünendonk-Geschäftsführer Jörg Hossenfelder . Dadurch seien höhere Preise durchsetzbar. „Aufgrund von Inflation, Gehaltserhöhungen und Technologieinvestitionen bleibt jedoch von der Honorarerhöhung wenig übrig.“

Ein wichtiger Faktor im Preisgefüge sind die Gehälter der Beschäftigten. Bezogen auf alle teilnehmenden Dienstleister, zu denen neben Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern auch Managementberatungen, Digital- und IT-Berater, Personaldienstleister sowie Real Estate Services zählen, sind die Mitarbeitergehälter 2023 im Schnitt um 6,2% gestiegen. 2024 wird die Erhöhung geringer ausfallen, dann sollen sie im Mittel um 4,7% zulegen.

Digitalberater rechnen mit größtem Plus

Für 2024 gehen die Dienstleister insgesamt von einem Umsatzplus aus, allerdings gibt es zwischen den einzelnen Beratungssegmenten deutliche Unterschiede. Anbieter von Real Estate Services erwarten durchschnittlich ein Umsatzplus von 3,7% und liegen damit am unteren Ende. Am optimistischsten blicken Digital- und IT-Dienstleister auf das kommende Geschäftsjahr, sie rechnen im Mittel mit einem Plus von 14,4%. Dazwischen liegen Consulting-Häuser in der Managementberatung, Wirtschaftsprüfer sowie Personaldienstleister.

Das Umsatzwachstum soll in den meisten Häusern über Mengenerhöhungen kommen, etwa über Cross-Selling oder neue Kunden (84%, Mehrfachnennungen möglich). Gut jedes zweite Haus sieht Preiserhöhungen als Mittel zur Umsatzsteigerung. Für 30% spielen Konsolidierungsthemen wie Übernahmen und Zusammenschlüsse eine Rolle.

Im Schnitt rechnen die Beratungshäuser 2024 mit einem Mitarbeiterwachstum von 7,7%, das wäre deutlich mehr als in diesem Jahr (4,8%). Insbesondere die Personaldienstleister, die 2023 noch eine negative Mitarbeiterentwicklung verzeichnet haben, wollen auch 2024 wieder einstellen. Den deutlichsten Personalzuwachs planen Managementberatungen (10,4%) sowie Digital- und IT-Berater (10,1%).