Dax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 10.884,50-0,27% TecDax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 2.539,00-0,67% Euro Stoxx 50 Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.098,50-0,08% US/Dow Jones Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 24.568,00+0,13% Gold: 1.241,82-0,05% EUR/USD: 1,1361-0,02%
Redaktion

Der Gedanke von Hilfe zur Selbsthilfe ist so alt wie die apoBank - Unangetastete Marktführerschaft bei selbständigen Heilberuflern

1902 gründete Richard Oskar Mattern den Kredit-Verein Deutscher Apotheker (KREDA). Dieser gewährte selbständigen Apothekern Kredite zu moderaten Zinsen. Aus KREDA entwickelte sich das heute größte genossenschaftliche Primärinstitut: die apoBank. Ihre Maxime: das genossenschaftliche Prinzip. Das Besondere: die Spezialisierung auf den Gesundheitsmarkt. Beiden Grundsätzen ist sie bis heute treu geblieben.

Markt im Wandel

Wer allerdings am Markt erfolgreich bestehen möchte, muss sein Geschäftsmodell kontinuierlich den sich verändernden Rahmenbedingungen anpassen. Ausgelöst durch die Folgen der Finanzkrise, die bis heute allen Banken große Veränderungen abverlangt hat, hat auch die apoBank einen umfassenden Restrukturierungsprozess durchlaufen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Wir haben nicht nur die Episode der Finanzmarktkrise zu den Akten gelegt. Vielmehr gehen wir aus diesem Prozess gestärkt hervor und sind so für die anstehenden Herausforderungen gut gerüstet. Denn auch unser Marktumfeld verändert sich gravierend.

Der deutsche Gesundheitsmarkt, auf den sich die apoBank - als einziges Finanzinstitut deutschlandweit - spezialisiert hat, wächst unabhängig von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung. Dabei zeigte er sich auch von den Auswirkungen der Finanzmarktkrise unbeeindruckt. Seine zentralen Wachstumstreiber sind der medizinisch-technische Fortschritt, die demografische Entwicklung sowie die stetig steigenden Gesundheitsausgaben infolge eines wachsenden Gesundheitsbewusstseins. Experten schätzen, dass auf der Zahlenbasis von 2013 die Ausgaben im Gesundheitsmarkt bis 2018 um rund 28 % auf 392 Mrd. Euro steigen.

Von diesem Wachstum wollen wir profitieren. Voraussetzung dafür ist, dass wir die aktuellen Strukturveränderungen vorausschauend begleiten. Noch dominiert im deutschen Gesundheitswesen die Selbständigkeit in der ambulanten Versorgung. Doch das Bild ändert sich: In allen Berufsgruppen wächst die Zahl der angestellten Heilberufler stetig. Zwar hat unsere viel beachtete Studie "Chance Niederlassung" gezeigt, dass 90 % der selbständigen Heilberufler mit ihrer Entscheidung, sich beruflich niederzulassen, zufrieden sind. Dennoch sinkt der Prozentsatz derjenigen, die eine eigene Praxis anstreben. Daneben führen die stetigen und nachhaltigen Veränderungen zu neuen Niederlassungs-, Filialisierungs- bzw. Kooperationsmöglichkeiten und zur Überwindung bisher strikt getrennter Grenzen zwischen den Leistungserbringungen.

Gestärkt für die Zukunft

Aber nicht nur der Gesundheitsmarkt befindet sich im Wandel. Das Umfeld für Banken ist - bedingt durch die Niedrigzinsphase und hohe regulatorische Anforderungen - deutlich anspruchsvoller geworden. Und täglich drängen neue Player in den Markt. Umso wichtiger ist es, über ein funktionierendes Geschäftsmodell, ein Alleinstellungsmerkmal und eine angemessene Ertragskraft zu verfügen, um die Mehrbelastungen zu stemmen und im Wandel zu bestehen.

Die Vertrauensbank der Heilberufe mit gesundem Wachstum und klaren Prinzipien, das beschreibt unseren zentralen Anspruch, dem wir in jeder Beziehung gerecht werden wollen. Die materielle Basis haben wir in den letzten Jahren mit umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen geschaffen. Unsere internen Strukturen und Werte zielen primär auf Kundenorientierung ab. Damit einher geht, dass wir uns ausschließlich auf unser Kerngeschäft mit den Heilberuflern, ihren Organisationen und Gesundheitsunternehmen fokussieren. Die wichtigsten Ergebnisse dieses Prozesses sind:

- In der Kundenberatung haben wir ein neues Betreuungskonzept verankert, das sich an den Lebensphasen der Heilberufler orientiert; das heißt, wir beraten vom Studenten über den Angestellten oder Selbständigen bis hin zum Ruheständler unsere Kunden arbeitsteilig und segmentspezifisch. Die Studenten- und Angestelltenberater öffnen uns dabei den Weg zu einer Kundengruppe, die stetig an Bedeutung gewinnt und für die wir bislang jedoch keine spezifische Betreuung hatten. Inzwischen punkten wir mit speziell zugeschnittenen Angeboten wie einem kostenlosen Studentenpaket, dem umfassendsten Seminarangebot für Heilberufler in Deutschland zu allen spezifischen Themen, die Studenten und Angestellte beschäftigen. Zudem rücken wir mit der Eröffnung neuer Beratungsbüros an Universitäten und in Kliniken noch näher an unsere Kunden heran und haben gerade in dieser frühen Phase auch gute Gelegenheiten, auf die Chancen, die mit einer selbständigen Berufsausübung verbunden sind, hinzuweisen und Wege dorthin aufzuzeigen.

- Unsere Berater für selbständige Heilberufler sichern uns wie bislang mit ihrem umfassenden Know-how die sehr gute Marktposition bei dieser Zielgruppe. Bei diesen Kunden spielt die Begleitung von Existenzgründungen eine sehr zentrale Rolle - unter anderem damit die Risiken der Selbständigkeit beherrschbar bleiben, für unsere Kunden und für uns. Deshalb weist unser Kreditportfolio mit unter 0,2 % auch eine konstant niedrige Ausfallrate auf.

- Zudem haben wir uns im Anlagegeschäft neu aufgestellt, um die ganzheitliche Beratung zu vervollständigen. So kommen wir mit unserem neuen Bereich Private Banking den besonderen Ansprüchen unserer Kunden nach, die nach einer kompetenten Betreuung großer Vermögen suchen. Inzwischen ist das Anlagegeschäft ein wichtiger Wachstumsmotor für die apoBank.

- Um unsere Wachstumsziele umzusetzen, bauen wir das Team unserer Berater aus und geben der Qualifikation unserer Mitarbeiter einen hohen Stellenwert. Allein von 2012 bis 2014 stellten wir insgesamt rund 200 neue Berater und Spezialisten ein. Darin sehen wir den Schlüssel, um unsere Kundenverbindungen auszubauen und unsere Marktdurchdringung weiter zu steigern.

- Neben der Stärkung unseres Vertriebs haben wir auch unsere Prozesse und Strukturen auf den Prüfstand gestellt und eine umfassende Kostenoptimierung durchgeführt. Die frei gewordenen Ressourcen nutzten wir, um die Investitionen in den Vertrieb zu finanzieren. Damit gehen wir bewusst anders vor als viele unserer Wettbewerber, die auf den aktuellen Ertragsdruck mit Personalabbau und Filialschließungen bzw. reduziertem Serviceumfang reagieren.

- Zudem haben wir alles über Bord geworfen, was nicht zu unserem satzungsmäßigen Auftrag gehört. Unsere Risikoaktiva haben wir auf diese Weise in den letzen Jahren mehr als halbiert. Damit einhergehend hat sich unsere Kernkapitalquote in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt. Nicht zuletzt zeigt unser sehr gutes Abschneiden beim Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB), dass wir die apoBank krisenfest und fit für die Zukunft gemacht haben.

Erste Erfolge zu erkennen

Die Anstrengungen haben sich gelohnt: In den letzten fünf Jahren haben wir rund 35 000 Kunden hinzugewonnen und bei rückläufiger Bilanzsumme unsere Kundenkredite und -einlagen ausgebaut. Gleichzeitig haben wir die Ertragskraft deutlich gesteigert und weitere Rücklagen und Reserven gebildet. Die apoBank ist heute schlagkräftiger, als sie noch vor der Finanzmarktkrise war. Und auch das Geschäftsergebnis 2014 spricht für sich: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen für die gesamte Bankenbranche erzielte die apoBank nach Bildung von umfangreichen Reserven ein Betriebsergebnis vor Steuern von 133 Mill. Euro und einen um 15 % gestiegenen Jahresüberschuss in Höhe von 54 Mill. Euro. Damit können wir unseren Eigentümern wieder eine attraktive Dividende von 4 % auszahlen.

Die Historie der apoBank zeigt, dass sich eine Nischenstrategie auszahlt. Mit einem Marktanteil von über 60 % bleibt unsere Marktführerschaft bei den selbständigen Heilberuflern unangetastet. Die Spezialisierung auf den Gesundheitsmarkt ist für die Bank ein Erfolgsfaktor. Davon profitieren in erster Linie unsere Mitglieder und Kunden - ganz im Sinne des genossenschaftlichen Prinzips. Denn unsere Eigentümer fördern mit ihrem Geld die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens - dieser Gedanke von Hilfe zur Selbsthilfe ist schließlich so alt wie die apoBank.

---

Herbert Pfennig, Vorstandssprecher der Deutschen Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank)

Börsen-Zeitung, 10.06.2015, Autor Herbert Pfennig, Vorstandssprecher der Deutschen Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank), Nummer 107, Seite B 8, 1056 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2015107813&titel=Spezialisierung-auf-den-Gesundheitsmarkt-lohnt-sich
BZ Artikel twitternLinkedInXingFacebook

Unternehmensbereich: Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG
Übersicht Kurse / Charts Redaktionelle BerichteResearch
Ad-hoc FinanzanzeigenAktionärsstrukturDirectors’ Dealings
Termine Wertpapiersuche Audio / Video


Serien zu Banken & Finanzen
Themendossiers zu Banken & Finanzen


Termine des Tages
Freitag, 14.12.2018

Ergebnisse
Isra Vision: Vorläufige Geschäftszahlen
Stabilus: Geschäftsbericht

Hauptversammlungen
KWS Saat
Ubi Banca (ao.)




























22

0.394270 s