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KOMMENTAR - SIEMENS
Siemens-Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser und seine M & A-Mannschaft haben wieder einmal ihr gutes Händchen bewiesen. Monatelang spekulierte die Öffentlichkeit über einen Zusammenschluss der Bahntechniksparte mit Bombardier. Stattdessen ist nun das Bündnis mit Alstom perfekt. Damit gelingt ein Deal, der vor drei Jahren noch krachend scheiterte. Diesmal hat das Timing halt gestimmt, wie Kaeser selbst anmerkte. Der Beifall der Öffentlichkeit ist beeindruckend. Es äußern sich Akteure positiv, die sonst - wie Analysten und Betriebsräte - oft gegensätzliche Interessen vertreten.

Tatsächlich ist die strategische Logik bestechend. TGV und ICE in die gleiche Richtung steuernd, ein solches Szenario wäre vor einem Jahrzehnt noch unvorstellbar gewesen. Dass die versprochene Steigerung der Margen in den Präsentationen nicht unterlegt wurde mit konkreten Projekten - unschön, aber verständlich. Denn die Transaktion ist in einem frühen Stadium. Bis Ende 2018 muss aber nachgebessert werden.

Deutlicher erkennbar wird mit der Bündnisankündigung ein wichtigeres strategisches Projekt. Kaeser macht Ernst mit seiner Ankündigung, Siemens in einen Flottenverbund zu verwandeln. Das Windkraftgeschäft steckt in der börsennotierten Siemens Gamesa, die Bahntechnik wandert in die ebenfalls börsennotierte Siemens Alstom, und die Medizintechnik geht über ein IPO an die Börse. Im Klartext: Künftig steckt ein Drittel des Siemens-Jahresumsatzes 2015/2016 in Gesellschaften, die nicht mehr direkt von der Siemens-Zentrale gesteuert werden können. Die spannende Frage lautet: Ist dies bahnbrechend oder doch ein Fehler?

Kein Zweifel: Es kann sich als genial entpuppen. Dann sind die Geschäfte so fokussiert und flexibel, dass sie die Spezialisten ihrer Branchen übertrumpfen können. Zugleich sorgt Siemens für ein starkes Markenimage und liefert Digitalisierungswissen. Ohne Cash-Einsatz hätten die Münchner einen gigantischen Umsatzsprung hingelegt.

Nur: Die Unwägbarkeiten sind immens. Siemens kann die Kontrolle über die Einheiten - notiert in Spanien, Frankreich oder vielleicht künftig in den USA - entgleiten. Ein Sack Flöhe lässt sich leichter hüten als der Chef einer milliardenschweren Börsentochter. Bei einer Konjunkturschwäche drohen verzögerte Reaktionszeiten. Und: Wie lange werden Investoren warten, bis sie sich an eine Filetierung des Börsenwertes machen? Das wäre das Ende des Konzerns.

Siemens packt viel an. Bisher gelingt es. Das Management sollte aber sich und das Unternehmen auch nicht überfordern.


Börsen-Zeitung, 28.09.2017, Autor Michael Flämig, Nummer 187, Seite 1, 339 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017187004&titel=Ein-Sack-Floehe
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