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Redaktion

KOMMENTAR - NORD/LB
Noch ist die Nord/LB nicht gerettet. Aber egal ob die Eigentümer dem Gebot von Centerbridge und Cerberus eine Chance geben, oder, wofür seit Donnerstagabend die deutlich größere Wahrscheinlichkeit spricht, die nun beschlossene Beteiligungslösung des Landes Niedersachsen und der Sparkassen-Finanzgruppe vorziehen: Man kann schon mal einen Blick auf die so oder so absehbaren Folgen werfen. Ging es nicht gerade um die Möglichkeit einer Fusion mit der Helaba oder gar die Schaffung einer "Superlandesbank" oder das andere Extrem, die Abwicklung, kreisten die Diskussionen zuletzt ja meist darum, von wem und wie das in der Bilanz der Nord/LB klaffende Milliardenloch mit frischem Kapital gestopft werden kann. Vergleichsweise wenig wurde dagegen das Geschäftsmodell in der Zeit nach den Schiffsfinanzierungen thematisiert.

Die an der Bank interessierten privaten Investoren haben sich dazu ihre Gedanken gemacht und sie in ihrem Konzept skizziert. Aber auch wenn die öffentlich-rechtliche Seite für ihr "Investment" andere Renditevorstellungen hat: Allmählich scheint sich herumzusprechen, dass auch Sparkassen und andere Landesbanken, die sich hier in so durchaus nicht zu erwartender Geschlossenheit solidarisch zeigen wollen, in Hannover nicht als Mäzene antreten. Ihnen geht es vielmehr nicht zuletzt darum, zum Schutz der eigenen Stakeholder - andere Bundesländer, nicht direkt beteiligte Sparkassen, Beschäftigte - die hohen Kosten der Solidarität zu minimieren. Dies wiederum impliziert, dass die Nord/LB, sollte sie mit dem Segen der EU-Kommission weiterbestehen dürfen, eine ganz andere Bank sein wird als heute. Das hat nichts mit dem Verteilen einer etwaigen "Beute" zu tun. Redimensionierung und Restrukturierung - mit sehr schmerzlichen Folgen für die Beschäftigten - sind nach der wirtschaftlichen Logik einfach ein Teil des Preises, der für das neue Kapital zu zahlen ist.

Dies gilt umso mehr, als der drastische Wertverfall der Nord/LB und die notwendige Kapitalzufuhr tiefe Spuren in den Zahlenwerken der beteiligten Sparkassen und in den Haushalten der Trägerländer hinterlassen werden. Manche der gut 40 Sparkassen in Niedersachsen haben sich längst darauf eingestellt, wegen der Belastung durch die Landesbank von den Verbandsprüfern stärker an die Kandare genommen zu werden. Eine Reihe von Instituten wird sich wegen des Debakels mit der Frage auseinanderzusetzen haben, ob sie in Alleinstellung überleben können oder Fusionen in Betracht ziehen müssen.


Börsen-Zeitung, 01.02.2019, Autor Bernd Wittkowski, Nummer 22, Seite 1, 351 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019022004&titel=Kostenminimierung
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