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Redaktion

KOMMENTAR - DEUTSCHE NETZ AG
Wenn die Energiewende in Deutschland vorankommen soll, müssen die großen Stromautobahnen - die Übertragungsnetze - für viele Milliarden Euro ausgebaut werden. Um Windstrom aus Norddeutschland nach Süden zu bringen, sollen neue Trassen errichtet werden. Das Geld dafür benötigen die vier großen Übertragungsnetzbetreiber hierzulande: Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW. Doch wer soll die großen Kapitalspritzen setzen? In Frage kommen der Staat oder private Investoren.

Hinter den Kulissen hat ein Ringen in Politik und Wirtschaft darum eingesetzt, wer die großen Netzbetreiber mit Geld versorgt. Immerhin handelt es sich um sogenannte kritische Infrastruktur. Einen ersten Eindruck davon, wie brisant die Bundesregierung das Thema einschätzt, erhielt die Öffentlichkeit, als der staatliche chinesische Netzkonzern State Grid of China bei 50Hertz einsteigen und dazu das Aktienpaket eines australischen Infrastrukturfonds erwerben wollte. Die Bundesregierung schob der Transaktion einen Riegel vor. Erst musste der belgische Mutterkonzern Elia einen 50Hertz-Anteil übernehmen, dann erhielt die KfW die Anweisung, ein weiteres zum Verkauf stehendes Paket zu erwerben, das die Staatsbank noch immer hält.

Ein erstes öffentliches Eigentum an den Netzen gibt es also schon - und der Anteil oder zumindest der Einfluss des Staates könnte größer werden. Für gleich zwei weitere Netzbetreiber wird derzeit diskutiert, wie neues Kapital aufgebracht werden soll. So berät die niederländische Regierung Schritte, das Kapital des staatlichen Netzbetreibers Tennet um 2 Mrd. bis 3 Mrd. Euro aufzupolstern. Tennet zeichnet auch für weite Teile des Hochspannungsnetzes in der Bundesrepublik verantwortlich. Von niederländischem oder deutschem Steuergeld ist die Rede - oder von Infrastrukturinvestoren.

Ähnlich sieht der Kapitalbedarf bei Amprion aus, die rund 2 Mrd. Euro braucht. Die Dortmunder versuchen, ihren Bedarf bei privaten Investoren zu decken: Dabei werden Optionen wie die Begebung von Hybridanleihen oder Schuldverschreibungen sowie eine Kapitalerhöhung ins Auge gefasst. Möglich ist, dass neue Investoren bei dem Unternehmen einsteigen.

Dauerhaft sollte es eine klare Lösung für das staatlich-private Durcheinander geben. Wenn die Stromautobahnen als kritische Infrastruktur ohnehin schon halb unter staatlicher Kuratel stehen, dann wäre eine staatliche Deutsche Netz AG wohl der bessere Weg.


Börsen-Zeitung, 11.09.2019, Autor Christoph Ruhkamp, Nummer 174, Seite 1, 325 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019174008&titel=Staatliche-Stromautobahnen
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