Italien

Istat korrigiert Italiens Defizit deutlich nach oben

Das italienische Statistikamt Istat hat das Haushaltsdefizit für die Jahre 2021 und 2022 drastisch nach oben korrigiert. Grund sind die Belastungen durch die Bauförderung.

Istat korrigiert Italiens Defizit deutlich nach oben

bl Mailand

Die sehr großzügige steuerliche Förderung der ökologischen Sanierung von Gebäuden hat das italienische Haushaltsdefizit in den Jahren 2021 und 2022 massiv ansteigen lassen. Das Statistikamt Istat korrigierte den Fehlbetrag für 2021 von 7,2% auf 9% und für 2022 von 5,6% auf 8% nach oben. Größere Auswirkungen der vor etwa zwei Wochen gestoppten Fördermaßnahmen auf das Defizit in diesem Jahr werden nicht erwartet. Die italienische Regierung sieht sich bestätigt, dass die Korrektur der bisherigen Förderung unausweichlich war, um die Haushaltslage zu stabilisieren. Insgesamt kosteten die sehr großzügigen Hilfen die italienischen Steuerzahler 120 Mrd. Euro.

Weitere Folgen für die italienische Verschuldung hatte das höhere Defizit jedoch nicht. Dank der starken, aber gleichwohl von 3,9 auf 3,7% nach unten korrigierten Wachstumsrate ging die Verschuldung 2022 sogar von knapp 150% auf 144,7% zurück. Die Regierung in Rom hatte Anfang November noch mit einem Schuldenstand von 145,7% kalkuliert.

Die Fördermaßnahmen für den Bausektor hatte die Regierung unter dem damaligen Premierminister Giuseppe Conte im Mai 2020 beschlossen. Die aufgrund der Subventionen boomende Bauwirtschaft war neben den Hilfen aus dem europäischen Aufbauprogramm der Hauptgrund für das starke Wachstum der italienischen Ökonomie in den beiden zurückliegenden Jahren. Manche Beobachter glauben, dass das weitgehende Ende der großzügigen Förderung, in Verbindung mit den steigenden Zinsen, das Wachstum Italiens stark drücken könnte. Forschungsinstitute und die Banca d’Italia erwarten dennoch, dass die Wirtschaft des Landes in diesem Jahr leicht wachsen wird.