Corona-Pandemie

Regierung verfehlt nächstes Impfziel

Die Bundesregierung hat das von Kanzler Olaf Scholz (SPD) ausgegebene Impfziel bis Ende Januar nicht erreicht. In der Diskussion über Lockerungen von Corona-Maßnahmen drückt die Regierung auf die Bremse.

Regierung verfehlt nächstes Impfziel

BZ Berlin

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sein Ziel, bis Ende Januar 80% der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona zu impfen, deutlich verfehlt. Das räumte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montag in Berlin ein. Die vom Robert-Koch-Institut (RKI) zum Wochenbeginn veröffentlichte Quote per 30. Januar lag bei 75,8%. Ein zweites Impfziel für Ende Januar hatte Scholz bereits aufgegeben: Eigentlich sollten von Weihnachten bis Ende Januar noch einmal 30 Millionen Impfungen geschafft werden. Doch seit dem 26. Dezember wurden laut RKI-Zahlen nur gut 17,3 Millionen Erst-, Zweit- und Drittimpfungen verabreicht (Stand 30. Januar).

In der Diskussion über mögliche Lockerungen der Corona-Maßnahmen drückt die Regierung weiter auf die Bremse und verwies darauf, dass die Omikron-Welle ihren Höhepunkt noch nicht erreicht habe. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet Mitte Februar mindestens 400000 Neuinfektionen am Tag. Am Montag meldete das RKI binnen 24 Stunden 78318 neue Positivtests. „Insofern würde ich warnen, zu frühzeitig zu glauben, es ist schon vorbei. Trotzdem ist es richtig, sich Gedanken zu machen“, sagte Hebestreit. Zuvor hatten unter anderem Finanzminister Christian Lindner (FDP) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Vorbereitung von Lockerungsschritten für die Zeit nach Ende Februar gefordert.

Kritik an der Risiko- und Gesundheitskommunikation in Deutschland übte der Corona-Expertenrat der Bundesregierung. Es gebe bislang keine Institution, die eine „fachlich fundierte und evidenzbasierte Ge­sundheitskommunikation“ um­setze, bemängelt das Gremium in seiner fünften Stellungnahme.

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