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Aareal-Bieter vermelden Erfolg

Das als Atlantic Bidco firmierende Bieterkonsortium hat einen wichtigen Schritt bei der Übernahme der Aareal Bank genommen: Die Mindestannahmequote von 60% wurde erreicht.

Aareal-Bieter vermelden Erfolg

lee Frankfurt

Die Finanzinvestoren Advent International, Centerbridge und der kanadische Pensionsfonds CPPIB sind bei der Übernahme des Wiesbadener Immobilienfinanzierers Aareal Bank einen Schritt weitergekommen. Wie das als Atlantic Bidco firmierende Bieterkonsortium mitteilte, wurde die Mindestannahmeschwelle von 60% für das öffentliche Angebot erreicht. Die verbleibenden Aktionäre haben im Rahmen der verlängerten Annahmefrist bis zum 15. Juni Zeit, das Angebot anzunehmen.

„Für uns bedeutet das im Ergebnis, dass wir unsere Strategie in allen drei Geschäftsfeldern mit Unterstützung der neuen Investoren verstärkt um­setzen können“, so Aareal-Chef Jochen Klösges in einer Stellungnahme. Er wertet die neue Eigentümerstruktur als Vorteil, um langfristige Ziele zu erreichen. Basis für die künftige Zusammenarbeit sei die von beiden Seiten unterzeichnete Investorenvereinbarung. Darin habe die Bieterin ihre Unterstützung für die strategischen Ambitionen der Aareal Bank zugesagt.

Das Institut will im Rahmen der im vergangenen Jahr vorgestellten Strategie „Aareal Next Level“ seine Position als führender internationaler Anbieter von Immobilienfinanzierungen und dazugehöriger Software, digitalen Lösungen sowie Zahlungsdiensten ausbauen. Um diese Wachstumspläne zu verwirklichen, will es von der Expertise anderer Beteiligungen der Finanzinvestoren in den Bereichen Financial Services, Software und Zahlungsverkehr profitieren. Außerdem sollen die Gewinne der kommenden Jahre thesauriert werden, um Mittel zur Finanzierung freizusetzen. Wie bei von Private Equity finanzierten Übernahmen üblich, soll das im SDax notierte Institut nach Abschluss der Transaktion von der Börse genommen werden.

Vergrößertes Kreditportfolio

„Einen Schwerpunkt der gemeinsam identifizierten Wachstumschancen bildet das Bankgeschäft“, heißt es seitens der Aareal Bank. Im Segment strukturierte Immobilienfinanzierungen sei dank des zusätzlichen Kapitals eine stärkere Ausweitung und Diversifizierung möglich als bislang geplant, wobei an der „konservativen Risikopolitik“ festgehalten werden solle. In der Investorenvereinbarung werde eine Steigerung des Kreditportfolios auf bis zu 40 Mrd. Euro in den kommenden fünf Jahren anvisiert. Außerdem wird in der Vereinbarung der Verkauf der Softwaretochter Aareon für die kommenden drei Jahre ausgeschlossen.

Bevor Advent und Centerbridge im Februar mit einem ersten Übernahmeversuch am Widerstand der aktivistischen Investoren Petrus Advisers und Teleios scheiterten, hatten sie zunächst die Annahmeschwelle von 70 auf 60 % gesenkt und die Offerte nachgebessert. Dank einer weiteren Aufstockung im Rahmen einer neuen Offerte, die Aareal mit fast 2 Mrd. Euro bewertet, gelang es, die beiden Hedgefonds einzufangen und auch den Londoner Fonds Talomon sowie den tschechischen Investor zu einem Anteilsverkauf zu bewegen, wodurch sich das um CPPIB erweiterte Bieterkonsortium insgesamt mit 37 % der Anteile mehr als die Hälfte der erforderlichen Anteile sicherte.

Wertberichtigt Seite 6