Unilever

Quietschsüßer Klotz am Bein

Unilever setzt im Umgang mit der Eiscreme-Marke Ben & Jerry’s auf kleinstmögliche Veränderungen. Dabei wäre ein radikaler Schnitt und ein klarer Fokus auf Rendite die beste Lösung für alle.

Quietschsüßer Klotz am Bein

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Unilever hat das Geschäft mit Eiscreme der Marke Ben & Jerry’s in Israel an ihren dortigen Vertriebspartner Avi Zenger verkauft. Es war die kleinste Veränderung, die im Umgang mit der rebellischen Junk-Food-Marke möglich war, der man große Autonomie und einen unabhängigen Board zugestanden hatte. Im Sommer vergangenen Jahres veranlasste eben dieser Board, dass der Verkauf an jüdische Siedler in der West Bank und im Gazastreifen eingestellt wurde. Es war eine der öffentlichkeitswirksamsten Boykottaktionen zur Unterstützung der Palästinenser. Das brachte der Marke Antisemitismusvorwürfe und Boykottaufrufe ein. Ihr Board machte nun klar, dass er mit dem Vorgehen der Konzernmutter nicht einverstanden sei, denn Ben & Jerry’s wollte nicht einmal Zingers zum Jahresende auslaufende Lizenz verlängern. Der Board von Unilever muss sich fragen, wann er sich endlich von diesem quietschsüßen Klotz am Bein trennen will. Mit Blick auf das enttäuschende Geschäft des Konzerns wäre ein radikaler Schnitt und ein klarer Fokus auf Rendite das Beste für alle Beteiligten.

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