Qiagen

Selbstentwertung der Prognose

Der Ausblick des Dax-Konzerns ist übervorsichtig und damit wenig aussagekräftig. Das macht sich auch an der Aktie bemerkbar.

Selbstentwertung der Prognose

Was ist eine Jahresprognose wert, die alle drei Monate ein ganzes Stück erhöht wird? Als Leitlinie für Investoren taugt sie jedenfalls nur bedingt. Der Biotech- und Diagnostikkonzern Qiagen kann mit seiner übervorsichtigen Prognose für 2023 nicht überzeugen. Vor allem der Ausblick auf den bereinigten Gewinn je Aktie irritiert: Bei einem geschätzten Umsatzrückgang von rund 4% soll das Ergebnis um rund 15% schrumpfen. Das bedeutet: Entweder müssen sich die Anleger ernsthaft Sorgen um die sinkende Profitabilität des Konzerns machen oder der Terminus „Prognose“ muss hier durch „unterstes Minimalziel bei schlechtem Wetter“ ersetzt werden. Schon im vergangenen Jahr hatte Qiagen die Guidance im Verlauf des Jahres von 2,05 schrittweise auf 2,40 Dollar erhöht und diesen Wert dann auch noch locker übertroffen. Doch so entwertet das Unternehmen seine Prognosen selbst. Die Reaktion an der Börse zeigt den Effekt: Trotz regelmäßiger Jubelmeldungen auf dem Papier sind die Kursanstiege übersichtlich.