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Aggreko-Großaktionär will Übernahme stoppen

Liontrust Asset Management hat sich gegen die 2,3 Mrd. Pfund schwere Übernahme von Aggreko durch den Finanzinvestor TDR Capital und den US-Infrastrukturinvestor I Squared gestellt.

Aggreko-Großaktionär will Übernahme stoppen

hip London

Liontrust Asset Management hat sich gegen die 2,3 Mrd. Pfund schwere Übernahme von Aggreko durch den Finanzinvestor TDR Capital und den US-Infrastrukturinvestor I Squared gestellt. Wie Sky News berichtet, will der Vermögensverwalter, der mit einer Beteiligung von 12 % zugleich größter Aktionär der schottischen FTSE-250-Gesellschaft ist, gegen den Deal stimmen. Aggreko ist auf temporäre Stromversorgung und Klimatechnik spezialisiert und stellt ihr Equipment auch für Großveranstaltungen wie das Glastonbury Festival oder die Olympischen Spiele in Tokio zur Verfügung. Der Board hatte den Aktionären im vergangenen Monat empfohlen, das Angebot anzunehmen. Der Kaufpreis liegt um knapp zwei Fünftel über dem letzten Schlusskurs vor Bekanntwerden der Offerte. Chairman Ken Hanna zufolge spiegelt er die Zukunftsaussichten des Geschäfts auf faire Weise wider. Es kommt nicht häufig vor, dass institutionelle Anleger bei einem Übernahmevorhaben gegen die Empfehlung des Boards stimmen. Auch der Analyst Andrew Nussey von Peel Hunt sprach von einem „guten Angebot“ und riet seinen Kunden, es nicht auszuschlagen. Trotz diesbezüglicher Spekulationen rechne er nicht damit, dass es zu einem Wettbieten kommen könnte.

TDR Capital übernimmt gerade mit den Issa-Brüdern aus Blackburn die britische Walmart-Tochter Asda. Zu den Investments von I Squared aus Florida gehören Wasserkraftwerke in den USA, die chinesische Jiaqing Water und das indische Solarunternehmen Amplus Energy Solutions. Wollen die Finanzinvestoren zum Zug kommen, benötigen sie die Zustimmung von 75 % der Aggreko-Aktionäre. Eine ganze Reihe von britischen Gesellschaften wurde in den vergangenen Monaten von ausländischen Käufern oder Finanzinvestoren übernommen, darunter der Buchmacher William Hill (durch Caesars) und der Versicherer RSA (durch Intact und Tryg). Auch bei den FTSE-250-Unternehmen Equiniti und Elementis meldeten sich Sky zufolge Kaufinteressenten.