Kapazitätsausbau

Bosch investiert noch mehr in Halbleiter

Die Chipfertigung am Standort Reutlingen wird bis 2025 für mehr als 250 Mill. Euro zusätzlich erweitert. Das Unternehmen stellt sich auf eine stetig wachsende Nachfrage ein.

Bosch investiert noch mehr in Halbleiter

jh München

Bosch verstärkt den Kapazitätsausbau in der Halbleiterfertigung. Der Technologiekonzern und größte Autozulieferer der Welt kündigte an, die Produktion in Reutlingen bei Stuttgart zusätzlich für mehr als 250 Mill. Euro zu erweitern: „Das Geld soll in neue Flächen und die Ausgestaltung des für die Fertigung nötigen Reinraums fließen.“

Allerdings dauert es drei Jahre, bis die zusätzliche Kapazität bereitsteht. In einem neuen Gebäudeteil sollen von 2025 an Halbleiter gefertigt werden, teilte das Unternehmen mit, das mit einem weiterhin hohen Bedarf rechnet. „Damit wappnet sich Bosch für die stetig wachsende Nachfrage nach Chips für Anwendungen in der Mobilität und im Internet der Dinge.“

Als einziger Autozulieferer produziert Bosch selbst Halbleiter und das seit 1958. Aktuell stellt das Unternehmen anwendungsspezifische in­tegrierte Schaltungen, mikroelektromechanische Systeme (MEMS-Sensoren) und Leistungshalbleiter her. Im vergangenen Jahr wurde in Dresden ein für 1 Mrd. Euro gebautes Werk in Betrieb genommen. Für dieses Jahr hatte Bosch im vergangenen Herbst Investitionen von mehr als 400 Mill. Euro in den Ausbau der Standorte in Dresden, Reutlingen und Penang (Malaysia) angekündigt. In Reutlingen, wo Bosch seit 1970 Halbleiter produziert, arbeiten rund 8000 Beschäftigte in der Entwicklung, Fertigung und Verwaltung sowie in der E-Bike-Sparte, die unter anderem Motoren und Akkus herstellt. Die Reinraumfläche in Reutlingen soll bis Ende 2025 von jetzt 35000 auf 44000 Quadratmeter erweitert werden. Das entspricht etwa sechs Fußballfeldern.

Nach Angaben von Marktforschern ist Bosch in der Welt der sechstgrößte Hersteller von Chips für Autos. Führend sind Infineon und der niederländische Konzern NXP. Das Ziel, wie in den anderen Geschäften zu den größten drei im Weltmarkt zu gehören, hat sich Bosch für die Halbleitersparte nicht gesteckt.