Stromversorger

EDF weist einen Rekordverlust aus

Der Rückgang der Produktion von Atomstrom hat den kurz vor der Wiederverstaatlichung stehenden Versorger Électricité de France (EDF) tief in die roten Zahlen getrieben. Im zweiten Halbjahr könnten sich seine Ergebnisse angesichts der weiter...

EDF weist einen Rekordverlust aus

wü Paris

Der Rückgang der Produktion von Atomstrom hat den kurz vor der Wiederverstaatlichung stehenden Versorger Électricité de France (EDF) tief in die roten Zahlen getrieben. Im zweiten Halbjahr könnten sich seine Ergebnisse angesichts der weiter steigenden Energiepreise sogar weiter verschlechtern. Zwar hat EDF in den ersten sechs Monaten 2022 einen Umsatzsprung von 67% auf 66,26 Mrd. Euro verbucht. Doch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach von 10,6 Mrd. Euro auf 2,67 Mrd. Euro ein.

Das Nettoergebnis verschlechterte sich um 227%, so dass unter dem Strich ein Rekordverlust von 5,29 Mrd. Euro anfiel.

Schuld daran ist vor allem die Stilllegung von 12 der 56 französischen Atomreaktoren, die wegen Korrosionsproblemen kontrolliert und gewartet werden müssen. EDF-Chef Jean-Bernard Lévy deutete an, dass er inzwischen davon ausgeht, dass der Rückgang der Atomstromproduktion in Frankreich das Ebitda im Gesamtjahr mit 24 Mrd. Euro belasten wird. Bisher war er von 18,5 Mrd. Euro ausgegangen. Die im Mai von 295 bis 315 Terawattstunden (TWh) auf 280 bis 300 TWh gesenkte Produktionsprognose bleibt jedoch unverändert.

Der mit zuletzt 42,8 Mrd. Euro verschuldete Versorger geht zudem davon aus, dass die von der Regierung aufgedrückte Deckelung der Strompreise das Ebitda im Gesamtjahr mit 10,2 Mrd. Euro belasten wird. Das Ebitda des Konzerns dürfte deshalb im zweiten Halbjahr wesentlich niedriger als im ersten ausfallen, warnte Finanzchef Xavier Girre während einer Analystenkonferenz.

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