Industriegase

Linde erzielt Rekordergebnis

Im ersten Quartal steigt das bereinigte Ergebnis je Aktie auf den bisher höchsten Wert in einem Dreimonatsabschnitt. Daraufhin erhöht der Vorstand die Gewinnprognose für das gesamte Jahr.

Linde erzielt Rekordergebnis

Linde ist mit einem Rekordergebnis ins Jahr 2021 gestartet. Der amerikanisch-deutsche Industriegasekonzern erhöhte daraufhin die Zielvorgabe für die gesamten zwölf Monate: Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 9,60 bis 9,80 (i.V. 8,23) Dollar steigen. Bisher wurden 9,10 bis 9,30 Dollar angepeilt. 2,49 (1,89) Dollar von Januar bis März bedeuteten den bisher höchsten in einem Quartal erzielten Wert. Die Vorgängerunternehmen Linde AG und Praxair sind seit dem Herbst 2018 fusioniert. Das bereinigte Ergebnis der Linde plc klammert Bilanzierungseffekte des Zusammenschlusses aus. Einschließlich dieser beträgt das Ergebnis je Aktie 1,86 Dollar (siehe Tabelle).

Der Kommentar von Chief Executive Officer (CEO) Steve Angel klingt ähnlich wie für die vergangenen Quartale: „Die Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells in Verbindung mit der Fähigkeit, jede wirtschaftliche Erholung zu nutzen, hat es Linde ermöglicht, weiterhin hervorragende Ergebnisse zu erzielen.“

Chief Operating Officer Sanjiv Lamba sagte, Linde habe das Potenzial, um den Gewinn je Aktie weiterhin um mehr als 10% zu steigern. Seit der Fusion habe der Konzern die wesentlichen Finanzkennzahlen stärker gesteigert als die Konkurrenz. An der Telefonkonferenz mit Analysten nahm Angel nicht teil. Lamba hat, wie berichtet, beste Chancen, womöglich zur Jahreswende Angels Nachfolger als CEO zu werden.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 7%, auf vergleichbarer Basis um 5%. Dazu hätten Preiserhöhungen 2 Prozentpunkte beigetragen und höhere Absatzmengen 3 Punkte, teilt Linde mit. Angeführt hätten den Nachfrageanstieg das Gesundheitswesen, die Elektronikindustrie sowie die Erholung in zyklischen Branchen wie dem verarbeitenden Gewerbe, der Metall- und Chemieindustrie.

Der französische Konkurrent Air Liquide, der im Weltmarkt hinter Linde an zweiter Stelle steht, hatte einen Umsatzrückgang um 0,7% gemeldet, bereinigt um Währungs- und Energiepreiseffekte aber einen Anstieg um 3,8%. Ertragszahlen gibt es von Air Liquide noch nicht.

Regional betrachtet, erzielte Linde das stärkste Wachstum mit 10% in Europa. Für Asien-Pazifik gibt der Konzern mit Sitz in Guildford bei London 7% an, für den mit einem Erlösanteil von knapp 40% größten Markt Amerika 6%. Die bereinigte operative Marge ist in Amerika mit 28,0% nach wie vor am höchsten, gefolgt von Europa (25,1%) und Asien-Pazifik (24,4%).

Branchentypisch niedriger ist die Rendite im Anlagenbau, den die deutsche Seite in den fusionierten Konzern eingebracht hat. Mit 16,2 (15,0)% im ersten Quartal übertrifft diese aber weiterhin das frühere Ziel der Linde AG von 8% bei weitem. Der Umsatz des Segments stieg um 11% auf 674 Mill. Dollar, der Auftragseingang betrug 461 Mill. Dollar.

Für das aktuelle Quartal erwartet das Management von Linde ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,50 bis 2,55 Dollar. Das wäre abermals ein neuer Rekordwert in einem Dreimonatsabschnitt und 32 bis 34% mehr als im Vorjahreszeitraum. Verglichen mit dem zweiten Quartal 2019 wären es sogar 37 bis 39% mehr.

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