Fluggesellschaften

Ukraine-Krieg belastet Ryanair

Die Billigfluggesellschaft Ryanair rechnet für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Fehlbetrag zwischen 350 und 400 Mill. Euro. Inwieweit die Folgen des Ukrainekriegs zu Buche schlagen, ist schwer zu schätzen.

Ukraine-Krieg belastet Ryanair

dpa-afx Frankfurt

Europas größte Billigfluggesellschaft Ryanair kann ihren absehbaren Jahresverlust kurz nach Ablauf ihres Geschäftsjahres genauer einschätzen. In den zwölf Monaten bis Ende März dürfte vor Sondereffekten ein Fehlbetrag von 350 bis 400 Mill. Euro angefallen sein, teilte das irische Unternehmen am Montag in Dublin mit. Unterdessen zählte Ryanair im März deutlich mehr Fluggäste als noch im Februar, auch wenn der Krieg in der Ukraine das Geschäft belastete. Derweil hat sich der Konzern gegen einen starken Anstieg der Treibstoffpreise besser gewappnet.

Die neue Verlustprognose der Ryanair-Führung liegt im mittleren Bereich der bisherigen Erwartung. Bisher war das Management um Konzernchef Michael O’Leary für das zweite pandemiegeprägte Geschäftsjahr von einem Minus zwischen 250 und 450 Mill. Euro ausgegangen. Im ersten Corona-Geschäftsjahr bis Ende März 2021 hatte Ryanair einen bereinigten Nettoverlust von 815 Mill. Euro erlitten.

Passagierzahlen erholen sich

In den vergangenen zwölf Monaten zählte die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben gut 97 Millionen Passagiere. Das waren rund dreieinhalbmal so viele wie nach dem coronabedingten Geschäftseinbruch ein Jahr zuvor, aber immer noch über ein Drittel weniger als die 149 Millionen im letzten Jahr vor der Pandemie. Die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hatte die Erholung der Ticketnachfrage vor allem in den Monaten Dezember bis Februar zurückgeworfen. Im März beförderte die Airline nun 11,2 Millionen Passagiere, nachdem sie während der coronabedingten Lockdowns im März 2021 lediglich eine halbe Million Fluggäste gezählt hatte. Im Vergleich zum Februar betrug der Zuwachs rund 2,5 Millionen Passagiere. Die Maschinen waren im Schnitt zu 87% gefüllt.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hatte im März auch Folgen für Ryanair: Wegen der Sperrung des Luftraums musste die Fluggesellschaft 2000 Flüge aus dem Land und dorthin streichen.

Schuldenberg schrumpft

Derweil rüstet sich die Fluggesellschaft weiter gegen den Anstieg der Treibstoffpreise. Für das neue Geschäftsjahr bis Ende März 2023 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen 80% seines Treibstoffbedarfs preislich abgesichert. Infolge des Ukraine-Kriegs und der internationalen Sanktionen gegen Russland ist der Ölpreis und damit auch der Kerosinpreis stark gestiegen.

Ryanairs Schuldenberg aus der Coronakrise ist im vergangenen Jahr unterdessen geschrumpft. Ende März lag die Nettoverschuldung noch bei 1,5 Mrd. Euro, rund 800 Mill. niedriger als ein Jahr zuvor. Seine endgültigen Jahreszahlen will das Unternehmen am 16. Mai veröffentlichen.

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