Greenwashing

An DWS-Razzia vorbeianalysiert

Nach der Razzia rund um den Vorwurf falscher ESG-Angaben steht die DWS vor einem Reputationsproblem. Ein Analysebericht zur DWS-Aktie erwähnt die Ermittlungen nicht – und ignoriert damit einen zentralen Punkt.

An DWS-Razzia vorbeianalysiert

jsc

Nach der Razzia von Staatsanwaltschaft und Finanzaufsicht in den Räumen von Deutscher Bank und DWS im Mai weiß fast niemand, ob und inwiefern Mitarbeiter der Fondsgesellschaft tatsächlich in betrügerischer Absicht mit falschen ESG-Angaben operierten – oder ob, auch das ist nicht ausgeschlossen, die Ermittler mit Kanonen auf Spatzen schossen. Sicher ist aber, dass ein massiver Reputationsschaden die DWS belastet. Der Aktienkurs brach von 35,40 Euro am Vortag der Razzia auf 26,00 Euro am Mittwoch ein. Die Causa schmälert offensichtlich die Geschäftsaussichten der DWS und drückt damit den Kurs, was auch immer die Ermittlungen am Ende ergeben. Ein Research-Bericht zur Perspektive von Unternehmen und Aktie sollte somit eine Einschätzung enthalten, wie sich das Debakel konkret auswirkt. Goldman Sachs nennt zwar ein Kursziel von 29 Euro, das die Analysten von einst 46 Euro kurz nach Jahresbeginn abgesenkt haben. Die Zahlen wären mehr wert, enthielte der Bericht eine Einschätzung zur Reputation. So aber muss sich der Leser selbst zusammenreimen, welchen Effekt die Razzia konkret hat.

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