Aktienmarkt

Dax holt kräftig auf

Zu Beginn hat sich Panik am Aktienmarkt breitgemacht, doch dann hat der Dax im Verlauf zeitweise mehr als 700 Punkte wieder aufgeholt.

Dax holt kräftig auf

wrü Frankfurt

Zu Beginn des Geschäfts hat sich am deutschen Aktienmarkt Panik breitgemacht. Der Dax fiel nach dem Ausverkauf von Freitag nochmals deutlich bis auf ein Tief von 12438 Punkten zurück. Dabei hat insbesondere die Diskussion eines Embargos von russischem Öl und Gas durch die demokratischen Staaten des Westens belastet. Entsprechend stiegen auch zunächst die Energiepreise drastisch, und es wurden weitere Preissprünge für Öl und Gas befürchtet. Dies würde dann wohl zu einer Rezession führen. Darauf äußerten sich aber deutsche Regierungsvertreter ob der Energieknappheit hierzulande, weiterhin Öl und Gas aus Russland zu beziehen.

Positiv wurde zudem aufgenommen, dass sich die Außenminister der Ukraine und Russlands in der Türkei treffen wollen. Schließlich drehte der Dax bei nervösem Geschäft um mehr als 700 Punkte bis auf ein Hoch von 13150 Zählern am Nachmittag. Der deutsche Leitindex schloss dann um 2% ermäßigt auf 12835 Punkten. Der Euro Stoxx 50 gab 1,2% auf 3512 Zähler ab.

„Dax und Euro Stoxx 50 befinden sich seit heute im Bärenmarkt, das heißt, sie haben mehr als 20% von ihrer Spitze abgegeben“, sagt Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der DWS. Bereits seit vergangener Woche hätten die Indizes zudem ihren Höchststand von vor der Covid-Krise unterschritten. Anders der S&P500: An den Schlusskursen gemessen habe er bis Freitag weniger als 10% verloren, er liegt aber mehr als 25% über seinem Vor-Covid-Hoch. „Grundsätzlich gilt: Je weiter ein Unternehmen geografisch von der Ukraine entfernt ist, desto besser“, sagt DWS-Fondsmanager Marcus Poppe. Und die Börse von Rohstoffexporteur Kanada liege nahe ihrem Rekordhoch.

Nach Meinung der technischen Analysten von Indexradar wurde der Dax im vergangenen Jahrzehnt in Krisen gekauft, sobald der Index um etwa 30% vom letzten Hoch gefallen war. Somit bestehe für den Dax also mindestens noch Spielraum bis an die nächste, in der zweiten Covid-Welle wirksame Stabilisierungszone um 11450 Punkte.

Nicht nur der deutsche Leitindex, auch zahlreiche Einzeltitel ver­zeichneten extrem hohe Tagesschwankungen. Manche Werte wurden zu Sitzungsbeginn regelrecht abgestraft. So sackten Adidas bis auf 170,08 Euro je Aktie durch und schlossen um 5,4% ermäßigt auf 176,90 Euro. Porsche-Vorzüge fielen zunächst bis auf 67,04 Euro und schlossen um 5,3% ermäßigt auf 69,44 Euro. Südzucker wurden von Warburg Research auf „Sell“ herabgestuft und stürzten zunächst auf 9,75 Euro ab; die Aktie schloss 12,2% leichter auf 10,05 Euro.

Aber es gab auch Gewinner. Siemens Energy verbesserten sich um 3,5% auf 19,82 Euro. Rheinmetall legten 4,4% auf 155,30 Euro zu und meldeten, dass der Vermögensverwalter Fidelity jetzt mit 3,09% an dem Konzern beteiligt ist.

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