Megatrends

Impact erobert Private Equity

Bei Impact-Anlagen wachsen Private-Equity-Anlagen besonders schnell. Denn gerade in dieser Assetklasse sorgt eine nachhaltige Ausrichtung für zusätzlichen Value und weniger Risiko.

Impact erobert Private Equity

Von Werner Rüppel, Frankfurt

Zwei große Megatrends prägen derzeit die globalen Kapitalmärkte. Der eine ist das gigantische Wachstum der Gelder, die nachhaltig und verantwortungsvoll angelegt werden. Der andere Megatrend ist das Wachstum der Private Markets, nimmt doch das Vermögen, das abseits der öffentlichen Märkte investiert wird, stetig und markant zu. Wobei hier insbesondere Private Equity (PE, Unternehmensbeteiligungen) für Investoren immer wichtiger wird, doch legen auch Real Assets und Private Debt (Direktkredite) deutlich zu.

Häufig werden diese beiden Megatrends für sich isoliert beschrieben und wahrgenommen. Dies greift aber zu kurz. Denn gerade bei Private Investments und insbesondere bei Private Equity gewinnt eine Impact-Ausrichtung zunehmend an Bedeutung. Oder, das Blatt einmal andersherum gewendet: Impact-Investments werden immer stärker in Form von Private Equity getätigt. Impact Private Equity ist ein echter Wachstumsmarkt und wird es auch laut den Prognosen der Fachleute in den kommenden Jahren bleiben. Mithin könnte sich das Wachstumstempo beschleunigen, wird doch eine nachhaltige Ausrichtung bei allen Investitionen immer bedeutsamer. Zudem bietet gerade Private Equity einige Vorteile bei der Verfolgung nachhaltiger Anlageziele.

Doch das Ganze der Reihe nach. Phenix Capital hat in ihrem Impact Fund Report 2021 Assets über 331 Mrd. Euro von 1600 institutionellen Impact-Fonds analysiert. Dabei fällt auf, dass 2019 und 2020/2021 (erwartet) mehr als die Hälfte der aufgelegten Fonds auf Private Equity entfällt. Doch nicht allein von der Zahl der aufgelegten Fonds, auch beim Volumen der angelegten Gelder dominiert bei institutionellen Impact-Fonds Private Equity. „Private Markets konnten weiterhin die Mehrzahl des Kapitals vereinnahmen, wobei Private Equity mit einem Anteil von 47% die größte Assetklasse blieb“, stellt Phenix Capital fest. Nach Private Equity folgen die Assetklassen Private Debt und Infrastruktur mit Anteilen von 15% und 14%. Mit einem Anteil von jeweils 17% flossen dabei den Sektoren Erneuerbare Energien und klimabezogene Investitionen die meisten Gelder zu. Dahinter folgt mit einem Anteil von 12% das Gesundheitswesen, was nicht zuletzt auch auf die Pandemie zurückzuführen sein mag.

Eine der Folgen von Covid-19 war aber auch, dass Gelder aus den Emerging Markets abgezogen wurden. So legten die globalen Impact-Fonds 42% ihrer Gelder in Westeuropa und 24% in Nordamerika an. Zuletzt dominierten somit bei auf Impact ausgerichteten Investitionen also die entwickelten Länder.

Doch warum findet Impact gerade bei Private Equity zunehmenden Zuspruch? „Impact-Investments können glaubwürdige und attraktive Investmentgelegenheiten sein, es gibt keinen Trade-off zwischen Performance und Impact“, erklärt Phenix Capital. „Gerade bei Private Equity liefert eine Impact-Ausrichtung zusätzlichen Value“, sagt Marta Hervás, die bei Arcano einen Impact-Private-Equity Dachfonds steuert. „Qualität zu kaufen, verbessert die Returns.“ Zudem zeigen Untersuchungen, dass eine Impact- oder eine ESG-Ausrichtung von Private-Equity-Investitionen zu einer im Durchschnitt niedrigeren Volatilität derselben führt. Impact mindert also auch das Risiko.

Nicht zuletzt trägt eine nachhaltige Ausrichtung auch bei Private Equity dazu bei, dass größere Verluste weitgehend ausbleiben und die finanziellen Ziele erreicht werden. So stellt der Jahresbericht des Global Impact Investing Network (GIIN) fest, dass 99% der befragten Investoren ihre Erwartungen an die Performance ihrer Impact-Ausrichtung erreicht haben. Und 88% haben auch ihre Erwartungen an den finanziellen Return erreicht.

Interesse nimmt zu

Im Vergleich zu Public Equity hat Private Equity bei einer Impact-Ausrichtung einige Vorteile. Zum einen ist allein das Spektrum von Unternehmen größer. Auch ist es natürlich leichter, eine Mehrheit an einem Unternehmen zu erwerben. Mithin ist wohl auch eine nachhaltige Ausrichtung für Private Equity leichter zu erwirken als bei öffentlich gehandelten Aktiengesellschaften.

Wahrscheinlich sind Klimakrise und Pandemie dafür mit verantwortlich. Jedenfalls stellt Amit Bouri, Mit-Gründer und CEO des GIIN, weltweit eine generelle Verwendung von ESG bei Investoren und ein zunehmendes Interesse an Impact-Investments fest. Nachhaltige Geldanlagen werden zum Mainstream, und das auch und gerade bei Private Equity.

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