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Robuste Signale an die Finanzmärkte

Der US-Arbeitsmarkt zeigt robuste Signale. Aber an der grundsätzlichen Erwartung der Märkte werden die jüngsten Daten wohl nicht viel ändern.

Robuste Signale an die Finanzmärkte

Finanzmärkte

Robuste Signale

Von Kai Johannsen, Frankfurt

Das erste monatliche Daten-Highlight aus den USA liefert vergleichsweise robuste Signale zur Konjunkturlage der amerikanischen Volkswirtschaft: 216.000 neue Stellen wurden dort am Arbeitsmarkt im Dezember geschaffen, mehr als von Volkswirten erwartet. Der Vormonatswert wurde nach unten revidiert. Die getrennt von diesen Zahlen ermittelte Arbeitslosenquote verharrte bei 3,7%. Experten hatten einen leichten Anstieg auf 3,8% erwartet.

Wie sind die Zahlen aus Sicht der Finanzmärkte einzuordnen? Die Abweichung der Zahl neuer Stellen von der Erwartung der Märkte ist nicht enorm. Weshalb Volkswirte und Analysten ihre Einschätzung zur weiteren Leitzins- und Bondrenditen-Entwicklung in den USA und davon ausgehend in der Eurozone nicht grundlegend verändern werden. Weitere Makrodaten werden zeigen müssen, ob die US-Konjunktur rund läuft, der Arbeitsmarkt robust bleibt – und ob die Inflation nicht doch wieder aus dem Ruder läuft.

Die Leitzinserhöhungen der internationalen Notenbanken, die zweifelsohne schon erste Wirkung gezeigt haben, werden in ihrer vollen Kraft erst noch sichtbar werden. Diese Steigerungen der Schlüsselsätze waren rund um den Globus enorm, sie werden auf die Konjunktur durchschlagen. Damit bleiben die Notenbanken gefordert – und stecken in einem gewissen Dilemma: Sie müssen die Inflation im Zaum halten, also die Zinsen nicht zu schnell senken, dürfen gleichzeitig aber auch nicht die Konjunktur abwürgen.

Die Inflation ist auf dem Rückzug. Das spricht für sinkende Leitzinsen. Die Konjunktur wird über die höheren Leitzinsen Beeinträchtigungen erfahren. Das spricht auch für niedrigere Leit- und Kapitalmarktzinsen. Das ist erstmal positiv für die Bondmärkte, die in diesem Umfeld sinkende Renditen sehen werden. Die Frage ist: Werden die Unternehmen mehr über sinkende Zinsen und Renditen ihrer Anleihen entlastet? Oder kommen sie über die Erlösseite im Falle einer schwächelnden Konjunktur stärker unter Druck? Im letzteren Fall könnten Bondrenditen fallen – die Aktienmärkte zeitgleich allerdings auch.

Bericht Seite 7
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