Kryptobörse

CEO Höptner verlässt Bitmex nach 22 Monaten

Alexander Höptner tritt überraschend als CEO der Kryptobörse Bitmex zurück. Die Handelsplattform muss wichtige Projekte nun ohne den als Aufräumer angetretenen Manager umsetzen.

CEO Höptner verlässt Bitmex nach 22 Monaten

xaw – Es ist ein überraschender Führungswechsel: Alexander Höptner gibt mit sofortiger Wirkung seinen Posten als CEO der Kryptobörse Bitmex ab. Der ehemalige Geschäftsführungsvorsitzende der Börse Stuttgart trat bei der auf den Seychellen ansässigen Plattform im Januar 2021 als Aufräumer an, nachdem das Unternehmen infolge regulatorischer Schwierigkeiten in Schieflage geraten war – die Hintergründe seines Abschieds nach weniger als zwei Jahren sind unklar. Nun springt CFO Stephan Lutz als Interimschef ein.

Noch in der vergangenen Woche trat Höptner bei der Crypto Assets Conference in Frankfurt auf, von Rücktrittsgedanken dabei keine Spur. Vielmehr äußerte er sich im Gespräch mit der Börsen-Zeitung noch optimistisch über die Aussichten von Bitmex im Wettbewerb mit traditionellen Finanzdienstleistern und anderen Krypto-Marktplätzen, die Chancen im Derivatehandel sowie geschäftliche Potenziale im wichtigen Wachstumsmarkt Asien.

Bei der Börse Stuttgart war Höptner vor seinem Wechsel zu Bitmex vier Jahre lang Mitglied der Geschäftsführung und verfolgte dort eine Digitalisierungsstrategie auf Blockchain-Basis. Laut Insidern hatte es vor seinem Abschied aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt unterschiedliche Auffassungen über den Kurs des Marktbetreibers gegeben.

Sanierung vorangetrieben

Bei Bitmex trat Höptner Anfang des vergangenen Jahres die Nachfolge von Vivien Khoo an, die als Interimschefin auf Gründer Arthur Hayes gefolgt war. Hayes sowie seine Mitgründer Benjamin Delo und Samuel Reed bekannten sich später schuldig, gegen das amerikanische Bankengesetz verstoßen zu haben und nicht die erforderlichen Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung auf ihrer Plattform eingeleitet zu haben. Höptner trieb indes die Sanierung von Bitmex voran, im Februar des laufenden Jahres trennte sich die Kryptobörse in diesem Zuge von 25% der Belegschaft. Zudem führte die Plattform neben dem Derivate- auch ein Spot-Angebot ein und öffnete sich so zunehmend für Retailkunden.

Höptner baute mit der Schweizer Bitmex-Niederlassung überdies eine Präsenz in Europa auf, während der schnelle Markteintritt in Deutschland scheiterte. So platzte im März die Übernahme des Münchener Bankhauses von der Heydt. Stattdessen strebt Bitmex eine europäische Expansion auch über Italien an – dort erhielt sie zuletzt die regulatorische Zulassung, um Dienstleistungen in Bezug auf Kryptowährungen und digitale Wallets anbieten zu dürfen.

Mit dem Start eines eigenen nativen Bitmex-Token wollte Höptner wohl auch die Bindung der Investoren an die Handelsplattform erhöhen. Das Listing des BMEX soll dem Vernehmen nach bis Ende des kommenden Jahres erfolgen – dieses Projekt muss die Kryptobörse nun ohne ihren Aufräumer zu Ende bringen.

              (Börsen-Zeitung,

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