Sportartikel

Das China-Geschäft von Nike schrumpft

Der Umsatz des Konzerns fällt in dem Land im jüngsten Quartal um ein Fünftel. Die Werke der Auftragsfertiger sind wieder geöffnet, aber im Transport gibt es nach wie vor Engpässe.

Das China-Geschäft von Nike schrumpft

jh München

Das Geschäft von Nike in China ist schwach ausgefallen. Der Umsatz sank von März bis Mai, dem letzten Quartal des Geschäftsjahres 20221/22, um ein Fünftel auf 1,56 Mrd. Dollar. Der Anteil Chinas am Erlös des größten Sportartikelkonzerns der Welt verringerte sich somit innerhalb eines Jahres von 15,6 auf 12,8%. Zuwächse erzielte Nike dagegen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (plus 9% auf 3,25 Mrd. Dollar) und noch stärker in Asien-Pazifik und Lateinamerika (plus 15% auf 1,68 Mrd. Dollar). In Nordamerika sank der Umsatz um 5% auf 5,11 Mrd. Dollar, insgesamt im Konzern um 1% auf 12,23 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn ging um 5% auf 1,44 Mrd. Dollar zurück.

Für das laufende Quartal stellt der Vorstand währungsbereinigt einen stagnierenden Umsatz in Aussicht, für das Geschäftsjahr (31. Mai) ein Wachstum mit einer niedrigen zweistelligen Rate. In China machten Nike in den vergangenen Monaten geschlossene Werke der Auftragsfertiger wegen der Lockdowns zu schaffen. Diese Probleme seien inzwischen behoben, heißt es vom Unternehmen. Die Engpässe im internationalen Transport belasteten aber weiterhin. Viele Waren steckten unterwegs fest. So erhöhten sich die Vorräte von Nike innerhalb eines Jahres bis Ende Mai um fast ein Viertel auf einen Wert von 8,4 Mrd. Dollar.

Positive Steuereffekte

Der Aktienkurs von Nike sank am Dienstag in New York in den ersten Handelsstunden um mehr als 5%. Die Kurse der Konkurrenten Adidas und Puma gaben auf Xetra um 0,9 und 2,2% nach. Analysten bewerteten das Quartalsergebnis von Nike unterschiedlich. Nach Ansicht des Analysehauses Jefferies schlägt sich das Unternehmen in einem unruhigen Umfeld gut. Die Nachfrage sei nach wie vor stark. Dagegen bezeichnete J.P. Morgan den Bericht als eher enttäuschend. Das Brokerhaus BTIG  weist darauf hin, dass der Quartalsgewinn nur dank positiver Steuereffekte die Erwartungen übertroffen habe. Diese betrugen 65 Mill. Dollar nach einer Belastung von 345 Mill. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Rückzug aus Russland und ein neues Geschäftsmodell in Südamerika belasteten das Quartalsergebnis mit insgesamt 150 Mill. Dollar.

Die Bruttomarge von Nike verringerte sich im vierten Quartal um 0,8 Prozentpunkte auf 45,0%. Nike begründete dies unter anderem mit dem höheren Vorratsbestand in China und den gestiegenen Kosten für Fracht und Logistik. Zum Teil sei dies mit Preiserhöhungen und positiven Währungseffekten ausgeglichen worden. Zudem sei die Marge des Direktgeschäfts (eigene Läden und Onlinehandel) gestiegen.

Mit dem Quartalsbericht kündigte Nike ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Das Volumen beträgt 18 Mrd. Dollar. Es soll das laufende 15-Mrd-Dollar-Programm ablösen, das im aktuellen Geschäftsjahr abgeschlossen werden soll.

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Nike
Konzernzahlen nach US-GAAP*
in Mill. Dollar2021/20222020/2021
Umsatz46 71044 538
Bruttomarge (%)46,044,8
Aufwand für Verkauf und Verwaltung14 80413025
Ergebnis vor Steuern6 6516 661
Nettoergebnis6 0465 727
Ergebnis je Aktie (Dollar)3,833,64
Dividende (Dollar)1,191,07
*) Geschäftsjahr endet am 31. Mai Börsen-Zeitung
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