Kapitalerhöhung

Eyemaxx will abermals an Aktionäre herantreten

Das angeschlagene Immobilienunternehmen Eyemaxx steht vor einer umfänglichen Kapitalerhöhung. Daher wird für den 26. Juli eine außerordentliche Hauptversammlung angesetzt.

Eyemaxx will abermals an Aktionäre herantreten

hek Frankfurt

Die finanziell angeschlagene Eyemaxx Real Estate steht vor einer umfänglichen Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht der Aktionäre. Den Weg dafür sollen die Anteilseigner am 26. Juli auf einer außer­ordentlichen Hauptversammlung ebnen. Geplant ist die Ausgabe von bis zu 4,98 Millionen neuen Anteilen. Damit würde die Aktienzahl von derzeit knapp 7,5 Millionen auf bis zu 12,46 Millionen steigen. An der Börse notiert die Aktie derzeit bei 3 Euro. Zudem ist das Immobilienunternehmen mit mehreren Minibonds am Kapitalmarkt vertreten.

Die letzte Kapitalerhöhung datiert von April. Damals wurden 1,25 Millionen neue Anteile zu 3 Euro ausgegeben, so dass 3,7 Mill. Euro in die Kasse kamen. Zudem hat sich Eyemaxx durch eine Änderung von Anleihebedingungen finanziell Luft verschafft. Die Gläubiger von zwei Minibonds akzeptierten eine Senkung der Mindesteigenkapitalquote. Auch bei einem dritten Bond wurden Konditionen geändert.

Derweil zieht sich die Erstellung des Jahresabschlusses 2019/20 weiter hin. Das Geschäftsjahr endete am 31. Oktober 2020. Am 28. Mai 2021 wurde die Veröffentlichung abermals verschoben, ohne einen neuen Termin zu nennen. Begründung: Der Abschlussprüfer Ebner Stolz habe mitgeteilt, seine Arbeit nicht wie von Eyemaxx geplant bis Ende Mai abschließen zu können. BDO Austria hingegen habe ihre Prüfung beendet, so Eyemaxx. BDO Austria prüft die Eyemaxx International Holding & Consulting, die rund die Hälfte der Konzernbilanzsumme umfasst.

Bei den Verzögerungen spielen Differenzen über die Bewertung von Immobilienprojekten eine Rolle. Strittig ist, wie stark die Ansätze infolge der Corona-Pandemie reduziert werden müssen. Sachverständige hätten deutlich niedrigere Werte ermittelt, doch die Wirtschaftsprüfer kämen zu „noch konservativeren Momentaufnahmen“, teilte das Management unlängst mit (vgl. BZ vom 8. April). Von den Abwertungen seien gewerbliche Projektentwicklungen vor allem im Hotelbereich betroffen. Abhängig von den endgültigen Bewertungen wurde die Spanne für den Jahresverlust zwischen 28 Mill. und 35 Mill. Euro angesiedelt. Seine Projektpipeline hat das Unternehmen zuletzt mit 1,2 Mrd. Euro angegeben.