Düngemittelhersteller

Hohe Düngerpreise treiben K+S an

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat mit dem operativen Ergebnis aus dem 3. Quartal die Markterwartungen verfehlt, der freie Cashflow liegt dafür über den Schätzungen. Das Jahresziel für das Betriebsergebnis wurde eingegrenzt.

Hohe Düngerpreise treiben K+S an

md/dpa-afx Frankfurt

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat mit dem operativen Ergebnis aus dem dritten Quartal die Markterwartungen verfehlt, der freie Cashflow liegt dafür über den Schätzungen. Im Jahresvergleich verdoppelte das Unternehmen aus dem nordhessischen Kassel den Umsatz von Juli bis Ende September nahezu auf 1,47 Mrd. Euro. Hauptgrund waren die gegenüber der Vorjahreszeit stark gestiegenen Düngemittelpreise.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verfünffachte sich auf 633 Mill. Euro; das ist aber ein Zehntel weniger, als die Konsensschätzung vorsah. Andererseits hat K+S damit schon nach neun Monaten mit einem Betriebsergebnis von 1,86 Mrd. Euro mehr verdient als im bislang erfolgreichsten Jahr 2008, als ebenfalls hohe Düngerpreise den Gewinn getrieben hatten. Unter dem Strich blieben im dritten Quartal bereinigt 379 Mill. Euro hängen, nach 1,28 Mrd. vor einem Jahr. Die Zahlen sind jedoch nicht vergleichbar, da K+S im Vorjahr einen positiven Sondereffekt durch eine Erhöhung des angesetzten Wertes für Produktionsstätten verbucht hatte.

Wie aus dem Zwischenbericht ersichtlich, stockte die Düngernachfrage im dritten Quartal etwas, doch bleibt Vorstandschef Burkhard Lohr zuversichtlich: Der Manager rechnet mit einem Anziehen der Nachfrage vor der Saatsaison im ersten Halbjahr 2023, weil die Preise zuletzt etwas zurückgekommen seien.

Für 2022 kalkuliert Lohr nun – unter der Annahme einer stabilen und ausreichenden Gasversorgung – mit einem operativen Gewinn von 2,4 Mrd. Euro. Bisher standen 2,3 Mrd. bis 2,6 Mrd. Euro auf dem Zettel – allerdings unter der Annahme einer Belastung im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich durch eine verringerte Gasverfügbarkeit sowie eine Gasumlage. Diese Einschränkung ist nun weggefallen.

Der auch für die Dividende wichtige bereinigte freie Mittelzufluss aus fortgeführter Geschäftstätigkeit wird vor Sondereffekten von K+S nun etwas über dem oberen Ende der bisher avisierten Spanne von 1,0 bis 1,2 Mrd. Euro gesehen. Nach neun Monaten steht ein Cashflow aus fortgeführter Geschäftstätigkeit von 1,04 Mrd. Euro in den Büchern.

Mit Blick auf die stark gestiegenen Energiekosten, die energieintensive Unternehmen wie K+S besonderes betreffen, gab Lohr in einem Video-Interview Entwarnung. Da sich die Lage zuletzt leicht entspannt habe, müsse der Konzern für dieses Jahr nicht mehr mit negativen Effekten rechnen. Zudem seien 90% des Erdgasbedarfs in Europa für 2023 bereits zu einem Durchschnittspreis von 50 Euro je Megawattstunde gesichert worden. Das erleichtere die Planbarkeit der Energiekosten. Zum Vergleich: Der Preis für europäisches Erdgas ist zwar vom August-Rekord schon deutlich gefallen, liegt aber immer noch über 100 Euro.

Dividendenfähigkeit erhalten

Nach derzeitigem Kenntnisstand wird K+S nach eigenen Angeben keinen Gebrauch von den geplanten Maßnahmen aus dem Abwehrschirm der Bundesregierung (Gaspreisbremse) machen. Damit bliebe die volle Dividendenfähigkeit erhalten, betont das Unternehmen. Zwar gibt es noch keine konkreten Pläne der Regierung, Unternehmen, die Hilfen in Anspruch nehmen, eine Ausschüttung zu verbieten; die Diskussion darüber gibt es allerdings. Analysten erwarten angesichts der hohen Gewinne von K+S im Durchschnitt eine Dividende von fast 2 Euro je Aktie. Bei einem Kurs von 21,76 Euro (+1,3%) entspräche das einer Rendite von 9,2%. Hoch und Tief lagen am Donnerstag mit 22,40 und 20,33 Euro weit auseinander. Zwischen Jahresanfang und Mitte April war der Kurs von 15 auf 35 Euro gestiegen.

K+S
Konzernzahlen nach IFRS
9 Monate
in Mill. Euro20222021
Umsatz4 1922144
Bruttoergebnis1 8652 027
Ebitda1 864358
Ebitda-Marge (%)44,516,7
Periodenergebnis9642 457
Operativer Cashflow1 14183
Investitionen (Capex)240223
Freier Cashflow361−486
Nettofinanzposition152−784
Eigenkapitalquote (%)64,954,8
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