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Redaktion

Das auf drei Säulen aufgebaute Geschäftsmodell zeigt sich auch bei schwierigen Rahmenbedingungen äußerst anpassungsfähig und erfolgreich

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle von meiner Analyse nach den ersten 100 Tagen als Vorstandsvorsitzender der DZ Privatbank berichtet, die sich mit der Frage nach der dauerhaften Sicherstellung unserer Leistungsfähigkeit als erfolgreicher genossenschaftlicher Spezialist und Lösungsanbieter für Private Banking, Fondsdienstleistungen und Kredite in allen Währungen beschäftigte. Meine damalige Aussage, dass das Geschäftsmodell der Bank trotz eines anhaltend herausfordernden Markt- und Zinsumfelds grundsätzlich keiner radikalen Neuausrichtung, sondern vielmehr einer stetigen Weiterentwicklung im Sinne einer Evolution bedarf, möchte ich heute auf Grundlage der vertrieblichen Aktivitäten und Ergebnisse der vergangenen Monate einer ersten Bewertung unterziehen.

Deutliche Veränderungen

Um im Geschäftsfeld Private Banking die sehr attraktiven Wachstumspotenziale in Deutschland für die genossenschaftliche Finanzgruppe nachhaltig auszuschöpfen, haben wir 2019 unser Leistungsspektrum, unseren gesamten Marktauftritt und unser Mitarbeiterportfolio deutlich verändert, fokussiert und verbessert. Die aktive Zusammenarbeit konzentriert sich nun primär auf Private-Banking-affine, potenzial- und vertriebsstarke Genossenschaftsbanken, denen ein hochwertiges, internationales Private-Banking-Beratungs- und Vermögensverwaltungsangebot zur Verfügung steht. Für die eigenständige Beratung ihrer vermögenden Kunden nutzen die Partnerinstitute unser im Bankensystem agree21 auf die professionelle Vermögensverwaltung ausgerichtetes Dienstleistungs- und Lösungsangebot "VR-Private-Banking".

Bei komplexeren Fragen von gehobenen Private-Banking- und Wealth- Management-Kunden (> 1 Mill. Euro frei verfügbares Vermögen) greifen die Genossenschaftsbanken auf "DZ-PrivateBanking" und damit zusätzlich auf das nationale und internationale Spezialisten-Know-how der DZ Privatbank zu. Erste, deutliche Erfolge der strategischen Weiterentwicklung zeigen das mit den Partnerbanken für 2020 im Vergleich zu den Vorjahren stark erhöhte Planungsvolumen von rund 1,3 Mrd. Euro (netto) sowie die positive Entwicklung der Nettomittelzuflüsse bei den verwalteten Kundenvermögen im ersten Quartal 2020 (+ 500 % im Vergleich zur Vorjahreszeit). Dieser Trend entwickelt sich im Übrigen auch in Zeiten des coronabedingten "Remote-Vertriebs" mit wöchentlich sehr positiven Nettomittelzuflüssen weiter.

Im Bereich der Vermögensanlage, -strukturierung und -verwaltung ist bei Private-Banking-Kunden der Trend unverkennbar, dass die professionelle Vermögensverwaltung die klassische Anlageberatung mehr und mehr ablöst. Das Wertpapierberatungsgeschäft hat sich stark verändert. Die gestiegene Komplexität an den Kapitalmärkten und strenge Beratungs- und Dokumentationspflichten für Kreditinstitute aus Mifid II (Markets in Financial Instruments Directive) haben die klassische Anlageberatung für Kunden, Berater und Banken sehr viel aufwendiger und damit unattraktiver gemacht.

Frühe, schnelle Reaktion

Zudem haben die jüngsten Einbrüche an den Kapitalmärkten einen weiteren Schwachpunkt der Anlageberatung aufgezeigt: die limitierte Reaktionsgeschwindigkeit, mit der Kunde und Berater bei Eintritt eines mehr oder weniger extremen Ereignisses am Markt notwendige Anpassungen im Depot umsetzen. Das in solchen Fällen möglichst kurze Zeitfenster von der Erreichbarkeit des Kunden über die Entscheidungsfindung und Dokumentation bis zur Erteilung der Orders bleibt die große Herausforderung. Im Vergleich dazu wurden in der DZ Privatbank mehrere Tausend Vermögensverwaltungsmandate kurzfristig angepasst. Durch die frühe und schnelle Reaktion des Portfoliomanagements hat sich die Performance unserer Kundenmandate im Vergleich zu den allgemeinen Marktindizes besser entwickelt.

Dass neben Reaktionszeit, Entscheidungskraft und Timing auch eine breite Diversifikation unter Berücksichtigung unserer internationalen Finanzplatzspezialitäten für die Stabilisierung eines Depots von großer Bedeutung ist, zeigt eindrucksvoll das Mandat "swiss gold plus" der DZ Privatbank (Schweiz) in Zürich. Es ist eine unserer Swissness-Lösungen, mit welchen wir den Kunden ermöglichen, einen Teil ihres Vermögens in Europa, aber außerhalb der Eurozone anzulegen. "Swiss gold plus" notiert in Schweizer Franken und investiert zu je einem Drittel in physisches Gold, Schweizer Blue Chips sowie in Schweizer Anleihen und Immobilien. Trotz massiver Börsenturbulenzen durch das Coronavirus wies das Mandat per 30. April auf Jahressicht 2020 eine positive Performance auf, die sich auf Euro-Basis durch Kursgewinne des Franken noch einmal deutlich verbesserte.

Die - im Vergleich zum ersten Quartal 2019 - Verzehnfachung des Absatzvolumens bei "swiss gold plus" per Ende März 2020 sowie die allgemein steigende Nachfrage nach unseren Vermögensverwaltungslösungen belegen, dass Private-Banking-Kunden insbesondere in der aktuellen Situation großes Interesse daran haben, sich in Begleitung ihres persönlichen Beraters und internationaler Experten mittels einer für sie passenden Chance/Risiko-Ausrichtung am Kapitalmarkt zu engagieren.

Als größte Verwahrstelle deutscher Provenienz in Luxemburg und Marktführer für Private-Label-Fondsinitiatoren im deutschsprachigen Raum verzeichnete die DZ Privatbank auch in jüngster Vergangenheit eine erfreuliche Anzahl von Fondsneuauflagen - insbesondere aus dem Spektrum der Alternative Investments. Die beachtlichen Nettomittelzuflüsse über alle Fonds konnten die coronabedingten Abflüsse bisher deutlich überkompensieren. Mit unserem professionellen, länderübergreifenden Leistungsangebot, das sich durch die beiden Verwaltungsgesellschaften IPConcept (Luxemburg) und IPConcept (Schweiz) sowie die Verwahrstellen in Luxemburg, Zürich und Frankfurt auszeichnet, überzeugen wir zunehmend grenzüberschreitend tätige Vermögensverwalter.

Als entscheidendes Kriterium für die Zusammenarbeit mit der DZ Privatbank erweist sich der Vorteil, dass die Fondsinitiatoren bei der Auflage und Verwaltung ihrer in verschiedenen Ländern domizilierten Fonds auf identische Betreuungs- und Abwicklungsverfahren zugreifen können. Wie wertvoll in diesem Zusammenhang ein unabhängiges, weltweites Lagerstellennetzwerk sowie ein eigenständiger, hochautomatisierter und wettbewerbsfähiger Handel sind, zeigten einmal mehr die vergangenen Monate, als in Spitzenzeiten das Zehnfache des normalen Aufkommens an Wertpapier-, Derivate- und Devisentransaktionen rechtzeitig, schnell und fehlerfrei abgewickelt wurde.

Auch im Kreditgeschäft, das die DZ Privatbank in Kooperation mit den örtlichen Genossenschaftsbanken betreibt, verzeichnen wir seit Jahresanfang und besonders seit Beginn der Coronakrise eine gestiegene Nachfrage nach variablen Euro-Finanzierungen. Das Neugeschäft im ersten Quartal 2020 lag 50 % über dem Vorjahreswert. Allein im Monat März war es doppelt so hoch wie der Monatsdurchschnitt des Jahres 2019.

Mit nur wenigen Klicks

Die Partnerinstitute setzen die als LuxCredit bekannten Finanzierungsbausteine verstärkt ein, um ihren Gewerbe- und Firmenkunden die in der Coronakrise benötigte Liquidität schnell und unbürokratisch zur Verfügung zu stellen. Über den hochstandardisierten und automatisierten LuxCredit-Prozess im genossenschaftlichen Bankverfahren agree21 lassen sich die Gelder mit wenigen Klicks abrufen. Neben vielen anderen Einsatzmöglichkeiten für Privat- und Firmenkunden können die Genossenschaftsbanken mit LuxCredit die verschiedenen Corona-Förderprogramme sinnvoll ergänzen oder als Zwischenfinanzierung deren Antrags- und Bearbeitungszeiten überbrücken.

Fazit - Die Entwicklung in unseren drei Geschäftsfeldern zeigt, dass die Bank in der erfolgreichen Gestaltung ihrer Zukunft einen großen Schritt vorangekommen ist. Sie fungiert auch in Zeiten von Corona als starker, zuverlässiger und performanter Finanzpartner für Genossenschaftsbanken und Kunden. Wir sind deshalb selbstbewusst und optimistisch, unseren Wachstumskurs auch in einem sehr herausfordernden Marktumfeld konsequent fortzusetzen.

Peter Schirmbeck, Vorstandsvorsitzender der DZ Privatbank S. A.

Börsen-Zeitung, 17.06.2020, Autor Peter Schirmbeck, Vorstandsvorsitzender der DZ Privatbank S. A., Nummer 113, Seite B 4, 963 Wörter

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