Großbanken

BNP Paribas kauft erneut Aktien zurück

Nach einem hohen Verkaufserlös und üppigen Erträgen zeigt sich die französische Großbank zuversichtlich. Sie kündigt ein 5 Mrd. Euro schweres Aktienrückkaufprogramm an und erhöht die Prognosen.

BNP Paribas kauft erneut Aktien zurück

Die französische Großbank BNP Paribas hat gestärkt von rekordhohen Erträgen und dem Verkauf von Bank of the West an die Bank of Montreal die Prognosen angehoben. Die nach Börsenkapitalisierung größte Bank der Eurozone kündigte anlässlich der Vorstellung ihrer Bilanz für das zurückliegende Jahr ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Mrd. Euro an. Davon stammen rund 4 Mrd. Euro aus dem Erlös des Verkaufs der früheren kalifornischen Tochter in Höhe von 16,3 Mrd. Euro, der am 1. Februar abgeschlossen wurde. Zusätzlich dazu will BNP Paribas die Dividende von 3,67 Euro je Aktie auf 3,90 Euro erhöhen, was einer Ausschüttungsrate von 50% entspricht.

Der Verkauf von Bank of the West habe einen außerordentlichen Mehrwert von rund 2,9 Mrd. Euro generiert und wirke sich mit gut 170 Basispunkten positiv auf die harte Kernkapitalquote aus, teilte BNP Paribas mit. Die größte Bank Frankreichs erwartet auch, dass die Umschichtung des Kapitals, das durch den Verkauf freigesetzt wird, neue Wachstumsmöglichkeiten bietet. Neben dem Verkaufserlös erlauben auch der Zinsanstieg und ein solides Ergebnis eine höhere Prognose, wie die Bank erklärte.

Sie strebt nun für den Zeitraum 2022 bis 2025 ein durchschnittliches Wachstum des Nettoergebnisses um jährlich 9% an, nachdem sie zuvor 7% angepeilt hatte. Ergänzt durch den Aktienrückkauf, vor allem in diesem Jahr, erwartet BNP einen starken Anstieg des Ergebnisses je Aktie um 12% pro Jahr. Gleichzeitig soll die Eigenkapitalrendite nun bis 2025 auf ebenfalls 12% steigen. Ende des vergangenen Jahres betrug sie 10,2%. Der vor einem Jahr präsentierte Strategieplan hatte eine Eigenkapitalrendite von 11% für 2025 vorgesehen. Die bis 2025 geplanten Kosteneinsparungen hat BNP Paribas ebenfalls angehoben, und zwar von 2 Mrd. Euro auf 2,3 Mrd. Euro.

Die Anhebungen seien deutlich und nicht sehr üblich, erklärte Bankchef Jean-Laurent Bonnafé. Das durch den Verkauf von Bank of the West freigesetzte Kapital will er für gezielte Investitionen in innovative und nachhaltige Technologien sowie ausgewählte Übernahmen in Bereichen mit hohem Mehrwert nutzen. Dabei habe BNP Paribas kleine Einheiten im Visier, die sich schnell integrieren ließen, erklärte Bonnafé. Die Bank sei jedoch nicht an einer Übernahme von Orange Bank interessiert, für die der gleichnamige französische Telekomkonzern eine Lösung sucht.

Bei den Erträgen hat BNP Paribas letztes Jahr erstmals die symbolische Marke von 50 Mrd. Euro überschritten. „Es sind solide Ergebnisse“, sagte Bonnafé. Im vierten Quartal blieben sie jedoch ein wenig hinter den Erwartungen zurück, da die Risikovorsorge und Verwaltungskosten stärker als angenommen stiegen. Das Nettoergebnis gab deshalb im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,7% auf 2,15 Mrd. Euro nach, während Analysten laut Reuters im Schnitt mit 2,37 Mrd. Euro gerechnet hatten.

Einige Geschäftssegmente entwickelten sich jedoch besser als erwartet. So fiel das Vorsteuerergebnis der Sparten Commercial, Personal Banking & Services und Investment & Protection Services nach Angaben der Analysten von Jefferies höher als der Konsens aus, das Ergebnis der Sparte Corporate & Institutional Banking hingegen etwas niedriger.

Die Aktie von BNP Paribas legte am Dienstag an der Börse von Paris um 2,6% auf 62,34 Euro zu.

BZ+
Jetzt weiterlesen mit BZ+
4 Wochen für nur 1 € testen
Zugang zu allen Premium-Artikeln
Flexible Laufzeit, monatlich kündbar.