Autobranche

Mercedes-Benz macht das Absatzminus wett

Die Umsatzrendite dürfte im ersten Quartal wegen starker Verkaufszahlen im Luxussegment auf dem hohen Niveau des Vorjahres geblieben sein. Zudem profitiert das Unternehmen von zwei Sondereffekten.

Mercedes-Benz macht das Absatzminus wett

Von Joachim Herr, München

Das Geschäft im Luxussegment läuft und hält die Marge von Mercedes-Benz hoch. Wie viel der Stuttgarter Autohersteller in den ersten drei Monaten dieses Jahres verdient hat, ist am kommenden Mittwoch zu erfahren. Es deutet sich jedoch an, dass die Umsatzrendite in der Nähe des im vergangenen Jahr erreichten Niveaus geblieben ist. Zwar sank der Absatz im ersten Quartal um immerhin 15% auf 501600 Pkw und Vans.

Doch im obersten Segment legte die Zahl der verkauften Autos zu, wenn auch nur leicht um 1% auf 76200 Einheiten. Das sind die Marken Maybach und AMG sowie die G- und S-Klasse, der GLS und das Elektroauto EQS. Diese bringen besonders hohe Deckungsbeiträge. Die S-Klasse steigerte den Absatz von Januar bis März um 67%, Mercedes-Maybach sogar um 161%.

Die beeindruckenden Wachstumszahlen passen bestens zur Strategie des Vorstands, das Luxusgeschäft auszubauen. Freilich macht der Vorstand zum Teil aus der Not eine Tugend, denn nach wie vor mangelt es an Halbleitern. Das knappe Gut wird bevorzugt in die Fahrzeuge im Top-End-Segment eingebaut. Aber nicht nur deswegen spürt die gesamte Branche einen rauen Gegenwind: Die strengen Lockdowns in China lassen den Fahrzeugabsatz nach 2021, dem Jahr der Erholung in dem Land nach drei Jahren mit Rückgängen, wieder sinken. Im März ging es um fast 12% nach unten.

Hinzu kommen als Belastung die kräftig gestiegenen Preise für Rohmaterial, vor allem für Stahl. Auf der anderen Seite rechnet der Mercedes-Vorstand damit, anknüpfend an das vergangene Jahr weiter steigende Verkaufspreise für die Autos immer besser durchsetzen zu können. Doch dieser Trend wird die steigenden Rohmaterialpreise nicht ganz ausgleichen können, wie es in der Prognose für dieses Jahr heißt.

Durchschnittserlös gestiegen

Die Preismacht und die Entwicklung zu mehr Luxus spiegeln sich im durchschnittlichen Umsatz je Fahrzeug wider: Hier gelang Mercedes-Benz seit 2019 ein Sprung um 26% auf 49800 Euro im vergangenen Jahr. Positiv wirkt sich für das Unternehmen auch aus, dass es die Fixkosten in derselben Zeit um 16% gedrückt hat. Bis zum Jahr 2025 sollen diese insgesamt um mehr als 20% niedriger sein.

Einen Schub für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des ersten Quartals gaben einmalige Sondereffekte von rund 900 Mill. Euro, wie Finanzvorstand Harald Wilhelm im Februar angekündigt hat. Der Ertrag stammt aus dem Verkauf von Anteilen am Formel-1-Team von Mercedes sowie aus dem Verkauf von eigenen Autohäusern und Werkstätten. Maßgeblich ist freilich die um Sondereffekte bereinigte Ebit-Marge: Für Pkw erwartet der Vorstand in diesem Jahr 11,5 bis 13%. Im vergangenen Jahr waren es 13,1%, im vierten Quartal 2021 einschließlich der Van-Sparte sogar 14,8%.