Aktienmarkt

Dax holt Verlust auf

Zinsängste und steigende Verbraucherpreise haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag gebremst. Gerade konjunktursensible Werte wie Daimler und Covestro standen unter Druck.

Dax holt Verlust auf

ku Frankfurt

Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen hat den deutschen Aktienmarkt auch am Donnerstag zunächst gebremst. Der Dax rutschte im Tagesverlauf mehrfach in die Verlustzone und beendete den Handel mit einem Plus von 0,7% auf 15912 Punkte. Der Euro Stoxx 50 legte um 0,7% auf 4298 Zähler zu.

Für Verunsicherung sorgte bei den Anlegern, dass die deutschen Erzeugerpreise im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 24,2% geklettert sind. Dies ist der stärkste Anstieg seit dem Beginn der Erhebungen im Jahr 1949. Am Markt wird befürchtet, dass die aus dem Ruder laufende Inflation die Europäische Zentralbank nötigen könnte, deutlich schneller als bisher gedacht an der Leitzinsschraube zu drehen.

Trotz der weiterhin erfreulichen Ertragslage der börsennotierten Unternehmen hat sich die Stimmung am Aktienmarkt nach Ansicht von Beobachtern gedreht. Derzeit hinterlässt auch kaum Eindruck, dass die Dividendenzahlungen im laufenden Jahr erneut Rekordniveau erreichen werden. So sagen die Analysten von Allianz Global Investors voraus, dass die Dividendenzahlungen in Europa 2022 um etwa 8% auf 410 Mrd. Euro steigen werden. Damit blieben die Kapitaleinkommen durch Dividenden auch in Zeiten allgegenwärtiger Disruption verlässlich, so Allianz GI. Für die großen europäischen Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien werden zweistellige Wachstumsraten bei den Dividendenausschüttungen erwartet.

Am Donnerstag gab in Frankfurt mit 468 Spac II eine weitere Special Purpose Acquisition Company ihr Börsendebüt. Der zweite Spac des von dem früheren Rocket-Internet-Manager Alexander Kudlich gegründeten Berliner Wagniskapitalgebers 468 Capital wurde zum Standardausgabepreis von 10 Euro lanciert. Den ersten Handelstag beendete das Akquisitionsvehikel mit 9,88 Euro, ein Abschlag von 1,2%.

Im Dax zeigten sich Puma mit einem Aufschlag von 1,2% auf 95,52 Euro fest. Der Sportartikelhersteller hat im Schlussquartal 2021 einen rekordhohen Umsatz verzeichnet. Die Erlöse legten um rund 14% auf knapp 1,8 Mrd. Euro zu – trotz der aktuellen Lieferkettenprobleme. Mit dem derzeitigen Kursniveau bleibt die Aktie allerdings nach wie vor deutlich unter ihrem Rekordhoch von 115,40 Euro vom November vergangenen Jahres.

Schwach zeigten sich konjunktursensible Werte. So büßten Daimler 1,7% auf 73,20 Euro ein und Covestro 1,9% auf 53 Euro. Fest entwickelten sich jedoch erneut die Pandemiegewinner. So kletterten Hellofresh um 4,8% auf 59,12 Euro und Sartorius um 4,9% auf 406 Euro.

Evotec verzeichneten einen Kursanstieg von 3,7% auf 37,40 Euro. Die Aktie profitierte von einer Kaufempfehlung durch die Analysten der Hamburger Privatbank Berenberg.

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