Klimaziel

Deutschland emittiert weniger CO2

Die Pandemie hat den CO2-Ausstoß deutlich gesenkt. Nicht alle Sektoren verbuchen Erfolge. Es besteht großer Handlungsbedarf, um die Klimaziele in den kommenden Jahren zu erreichen.

Deutschland emittiert weniger CO2

ast Frankfurt

Die Bundesrepublik Deutschland hat im vergangenen Jahr 3% weniger Treibhausgase emittiert als im Jahr zuvor. Das geht aus dem Gutachten hervor, das der Expertenrat für Klimafragen in seinem ersten Bericht zu den von Deutschland im vergangenen Jahr ausgestoßenen Treibhausgasen vorgelegt hat. Ohne die Pandemieeffekte herauszufiltern, die den CO2-Ausstoß etwa durch den Lockdown der Industrie über viele Wochen deutlich senkten, waren es sogar 8,7%. Diese Zahl veröffentlichte das Umweltbundesamt bereits im März. Dem Expertenrat zufolge waren allerdings zwei Drittel der Einsparungen auf die Pandemie zurückzuführen.

Wäre der Trend der Vorjahre fortgeschrieben worden, hätte der Verkehrssektor das Emissionsziel verfehlt, der Gebäudesektor hingegen wäre im Rahmen der Zielwerte geblieben. Stattdessen verfehlte nun der Gebäudesektor das Emissionsziel, erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Expertenrats, Brigitte Knopf. Besonders im Verkehrssektor wirkte die Pandemie emissionssenkend. „Das Emissionsgeschehen war in hohem Maße von den Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie beeinflusst“, betonte Knopf. Die Klimaexperten fordern das Bundeswirtschaftsministerium nun erneut auf, bis zum 15. Juli ein Sofortprogramm für den Gebäudesektor aufzulegen, damit die Emissionsmengen künftig eingehalten werden können.

Wasserstoff als Chance

Aus der Industrie kommen ebenfalls Forderungen, die sich allerdings in erster Linie an die Bundesregierung in der nächsten Legislaturperiode richten. Der BDI stellte ein Papier vor, das sich mit der Wiederverwendung von CO2 (CCUS) und der Förderung von blauem und grünem Wasserstoff beschäftigt, um insbesondere energieintensive Industriezweige klimaneutral zu machen. „Es liegt an der nächsten Regierung, die richtigen Grundsteine zu legen“, sagte Autorin Lilly Höhn bei der Vorstellung. Der Fokus liege zunächst auf der Akzeptanz in der Bevölkerung. Diese sei erfolgentscheidend. Daher müsse die Debatte transparent geführt werden. Dazu gehört die Aufklärung über die Nutzung von CO2, etwa nach Umwandlung in Wasserstoff als Energieträger. „Der Kreativität für die Nutzung sind keine Grenzen gesetzt“, so Höhn. Bislang fehle es allerdings an rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Daher gelte es, in der nächsten Legislatur den Rahmen abzustecken. Deutschland sei in diesem Bereich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Norwegen, den Niederlanden, aber auch im internationalen Vergleich ein Nachzügler.