Verbraucherpreise

Noch keine Entspannung bei türkischer Inflation

Die türkische Inflation legt weiter zu. Eine deutliche Mindestlohnerhöhung könnte zudem 2024 den Preisdruck verstärken. Dennoch deutet sich Entspannung zum Jahresende an.

Noch keine Entspannung bei türkischer Inflation

Noch keine Entspannung
bei türkischer Inflation

Höherer Mindestlohn verstärkt Preisdruck

mpi Frankfurt

Die Inflation in der Türkei steigt weiter, allerdings nicht ganz so kräftig wie erwartet. Die Verbraucherpreise kletterten im Dezember um 64,8%. Das teilte das türkische Statistikamt am Mittwoch in Ankara mit. Im November hatte die Inflation noch bei 62% gelegen.

Die türkische Zentralbank rechnet damit, dass die Inflation im ersten Halbjahr noch auf rund 70% steigen wird, ehe sie bis zum Jahresende auf 36% fällt. Angesichts des erwarteten starken disinflationären Trends hatte die Zentralbank kurz vor Weihnachten das Tempo bei den Zinserhöhungen gedrosselt. Nach vier Erhöhungen in Folge um mindestens 5 Prozentpunkte, begnügte sie sich im Dezember mit einer Anhebung um 250 Basispunkte. Zudem stellt sie in Aussicht, dass der Zinsgipfel bald erreicht sein könnte.

Mindestlohn könnte türkische Inflation anheizen

Eine Erhöhung des türkischen Mindestlohns um 49%, die Arbeitsminister Vedat Isikhan vorige Woche verkündete, könnte den disinflationären Trend verlangsamen. „Angesichts der stärker als erwarteten Mindestlohnerhöhung und der Erhöhung der Verwaltungspreise erwarten wir kurzfristig weitere Steigerungen bei der türkischen Inflation“, sagte Muhammet Mercan, Chefökonom für die Türkei bei der ING. Doch auch Mercan rechnet damit, dass die türkische Inflationsrate ab der zweiten Jahreshälfte deutlich sinkt. Mit einer Prognose von 45% für Ende 2024 ist er aber pessimistischer als die Zentralbank-Ökonomen.

Hohe Gastronomiepreise

Die höchsten Preissteigerungen gab es im Dezember bei Restaurants, Cafés und in der Hotellerie, wo sich die Preise innerhalb eines Jahres fast verdoppelt haben. Auch bei Bildung, Gesundheit und Transport fiel die Inflation überdurchschnittlich hoch aus. Etwas Entspannung gibt es bei den Erzeugerpreisen, die um 44,2% im Jahresvergleich zulegten.

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