Märkte am Mittag

Das bewegt die Börsen am Mittwoch

Die deutschen Aktienmärkte legen zu, trotz schlechter Nachrichten von Siemens Energy und der Commerzbank. Sportartikelhersteller profitieren von Förder-Plänen der chinesischen Regierung.

Das bewegt die Börsen am Mittwoch

Gewinne zum Handelsstart: Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch fest. Rückenwind lieferten die starken US-Börsen und die tendenziell positiven Vorgaben aus Asien nach positiven Konjunkturdaten aus China. Der Dax kletterte um 0,6% höher auf 15.650 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg ebenfalls um 0,8% auf 35.568 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann rund 0,6 %.

US-Märkte im Plus: Gute Unternehmenszahlen haben am Dienstag die Sorgen der US-Aktienanleger vor der Ausbreitung der Coronavirus-Variante Delta zurückgedrängt. Auch sinkende Ölpreise hinterließen keine negativen Spuren im Markt. So legten die New Yorker Indizes nach verhaltenem Start zu und gingen fast auf ihren Tageshochs aus dem Handel. Der Leitindex Dow Jones Industrial eroberte dabei die runde Marke von 35.000 Punkten zurück und gewann 0,8% auf 35.116 Punkte. Somit ist sein am Vortag im frühen Handel erreichtes Rekordhoch wieder in Reichweite. Der marktbreite S&P 500 rückte am Dienstag um 0,8% auf 4423 Punkte vor. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 0,7% auf 15.061 Zähler.

Erholung in China, Verluste in Japan: Die Börsen Chinas haben sich am Mittwoch ein Stück weit von ihren jüngsten Verlusten erholt. In den vergangenen Tagen und Wochen hatten Sorgen um staatliche Eingriffe in die Privatwirtschaft sowie vermehrte Corona-Fälle mit Lockdowns für viele Menschen für einen holprigen Ritt an Chinas Aktienmärkten gesorgt. Erst am Vortag hatte die Regierung gegen Videospielunternehmen ausgeteilt und Online-Spiele als spirituelles Opium bezeichnet. Viele Internetaktien hatten darunter gelitten. Zur Wochenmitte besannen sich die Anleger nun auf Aktien von Sportwarenherstellern, die deutlich zulegten. Zuvor hatte die Regierung angekündigt, Parks, Sporthallen und Stadien umfassend zu renovieren und die Sportindustrie in den kommenden Jahren deutlich zu vergrößern. Der Hang Seng in Hongkong stieg zuletzt um rund 1,4% und der CSI-300-Index, der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, gewann 0,5%. Der japanische Leitindex Nikkei 225 fiel hingegen um rund 0,3%. Wachsende Corona-Fallzahlen machen japanische Anleger nervös. „Wenn Unternehmen starke Zahlen vorlegen, erfreut das zwar die bisherigen Eigner“, sagte Takenori Yamamoto vom Vermögensverwalter Norinchukin Zenkyoren. Zusätzliche Käufer locke es aber nicht an.

Eurokurs sinkt:  Der Kurs des Euro ist nach der Veröffentlichung von Stimmungsdaten aus der Wirtschaft der Eurozone gefallen. Am Vormittag rutschte der Kurs der Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,1842 Dollar, nachdem am Morgen noch ein Tageshoch bei 1,1880 Dollar erreicht worden war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1885 Dollar festgesetzt.Im Juli hat sich die Unternehmensstimmung in der Eurozone zwar weiter verbessert und erreichte den höchsten Stand seit über 15 Jahren. Das Forschungsunternehmen IHS Markit hatte aber nach einer zweiten Schätzung das Ergebnis der ersten Stimmungsumfrage unter Einkaufsmanagern nach unten revidiert.

Anleihen ohne Dynamik: Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben sich am Mittwoch nur wenig bewegt. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future legte bis zum Vormittag geringfügig um 0,01% auf 176,99 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen betrug minus 0,49%.

Ölpreise leicht im Plus: Die Ölpreise sind am Mittwoch geringfügig gestiegen, während die Notierungen in den vergangenen beiden Tagen unter Verkaufsdruck standen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im frühen Handel 72,57 Dollar. Das waren 29 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel dagegen etwas um 14 Cent auf 70,42 Dollar. Am Markt werden die fallenden Ölpreise seit Beginn der Woche mit der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus und der Sorge vor neuen Einschränkungen der Mobilität erklärt. Außerdem waren Stimmungsdaten aus der Industrie in den USA und in China enttäuschend ausgefallen.

Gamesa belastet Siemens Energy: Die Probleme bei der Windanlagen-Tochter Siemens Gamesa gaben dem Energietechnikkonzern Siemens Energy im dritten Geschäftsquartal einen erheblichen Dämpfer. So rutschte das Unternehmen wieder in die Verlustzone. Zudem nannte Siemens Energy ein pessimistischeres Ergebnisziel für das Geschäftsjahr 2020/21. Der verdüsterte Ausblick habe nicht überrascht, sei aber definitiv nicht positiv, kommentierte ein Händler in einer ersten Reaktion. Siemens Gamesa bleibe ein Schwachpunkt, anstatt der Wachstumstreiber bei ENR zu sein.

Commerzbank mit hohen Restrukturierungskosten: Die Commerzbank rutschte im zweiten Quartal 2021 wegen des teuren Konzernumbaus in die roten Zahlen. 527 Mill. Euro Verlust standen unter dem Strich in den Büchern. Ein Jahr zuvor hatte die Bank im Zeitraum April bis einschließlich Juni noch 183 Mill. Euro verdient. Die Commerzbank erklärte den Quartalsverlust unter anderem damit, dass Aufwendungen in Höhe von 511 Mill. Euro für den seit Jahresbeginn laufenden Konzernumbau gebucht wurden.

Rheinmetall verdoppelt Ergebnis: Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall erzielte im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis. Das operative Ergebnis habe sich auf 191 Mill. Euro nahezu verdoppelt, teilte das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss überraschend mit. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 9%. An seinem Jahresausblick ändert der Konzern trotz der positiven Entwicklung nichts.

Sportartikelhersteller ksetzen Rally fort: Nach einigen Tagen Pause ist die Rekordrally bei Adidas und Puma derzeit wieder in vollem Gange. Für die Adidas-Titel ging es in der Dax-Spitzengruppe nochmals um 1,4% nach oben und für jene von Puma im MDax um 2%. Sie folgten damit der international guten Branchenstimmung. Die Nike-Titel sind an der New Yorker Börse seit Ende Juni schon stetig auf Rekordjagd, sie wurden am Vorabend erstmals in ihrer Geschichte zu mehr als 170 Dollar gehandelt – und profitierten dabei auch von der Rally von 6% beim Konkurrenten Under Armour. Der hatte mit seinen Quartalszahlen überzeugt. Die gute Branchenstimmung setzte sich dann am Mittwoch in Fernost fort. Dort waren chinesische Sportartikelaktien besonders gefragt wegen staatlicher Pläne zu Investitionen in Stadien und andere Sportstätten. Dadurch soll Chinas Jugend zur sportlichen Ertüchtigung ermutigt werden.

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