Märkte am Mittag

Dax kämpft um 13.000-Punkte-Linie

Der Dax orientiert sich wieder nach unten und fällt sogar immer wieder unter die 13.000-Punkte-Linie. Am Nachmittag muss er womöglich einen weiteren Nackenschlag verkraften, wenn sich US-Notenbankchef Powell zur Geldpolitik äußert.

Dax kämpft um 13.000-Punkte-Linie

Nach der jüngsten Erholung am deutschen Aktienmarkt muss der Dax am Mittwoch einen erneuten Rückschlag verkraften: Im Laufe des Vormittags fiel der Leitindex unter die Schwelle von 13.000 Punkte auf 12.983 Zähler und setzte damit die Signale für einen bevorstehenden schwachen Börsenstart an der Wall Street um. Der MDax der mittelgroßen Werte gab deutlich um 2,8% auf 26.753,58 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 2,14% auf 3418,89 Zähler.

Laut Marktanalyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda gibt es allerdings mit Blick auf die Devisen- und Anleihemärkte keinen „wirklichen Grund“, warum die US-Futures nach der Erholung der US-Börsen am Vortag nun aktuell so deutlich nach unten weisen. Allerdings bleibt die Stimmung angesichts von Inflations- und Konjunktursorgen anfällig und die Anleger nervös.

Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, verweist für die wieder hochkochenden Wirtschafts- und Rezessionssorgen auch auf die fallenden Ölpreise, die diese Ängste ebenfalls widerspiegelten. „Solange das Damoklesschwert Rezession über dem Aktienmarkt schwebt, dürfte jede noch so kleine Erholung schnell wieder zunichte gemacht werden.“ Für den Dax sieht er nun wieder die Gefahr, dass das Tief im März bei 12.500 Punkten getestet werden könnte.

Besondere Beachtung dürfte an diesem Tag die Rede von Fed-Chef Jerome Powell vor dem Bankenausschuss des Senats finden. Sie folgt auf die am Mittwoch ausgesprochene, höchste Leitzinsanhebung in den USA seit 1994, die laut den Experten der Helaba deutlich gemacht hat, dass die Fed „entschieden gegen die hohe Inflation vorgehen wird“. Die Situation am US-Arbeitsmarkt ermögliche ein aggressives Vorgehen, was Powell daher bei der Anhörung wohl wiederholen werde.

Unter den Einzelwerten gab es im Dax nur zwei Unternehmen, sie sich leicht im Plus hielten: Die als defensiv, und damit weniger konjunkturanfällig geltenden Konsumgüterhersteller Henkel und Beiersdorf. BASF dagegen war Schlusslicht mit minus 4,3%. Laut Vorstandschef Martin Brudermüller muss sich der Chemiekonzern nach einem guten ersten Halbjahr auf schwierigere Zeiten einstellen, wie er während des „Tags der Industrie“ des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sagte.

Die Anteile der Salzgitter AG hielten mit minus 11,4% die rote Laterne im SDax. Eine Branchenstudie der US-Bank JPMorgan belastete. Analyst Luke Nelson stufte die Aktie des Stahlunternehmens von „Neutral“ auf „Underweight“ ab und senkte das Kursziel von 44,00 auf 31,60 Euro. Dabei verwies er auf deutlich gesunkene Preise und eine rückläufige Ertragskraft. Die Lagerbestände in Europa und China seien recht hoch und die Wirtschaftsaussichten mau. Im Gefolge gaben auch Thyssenkrupp nach und sackten um 6,4% ab. Die Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co . büßten 5,6% ein.

Hugo Boss stemmten sich mit einem kleinen Minus von 0,5% gegen den Trend. An diesem Morgen hatte die britische Frasers Group mitgeteilt, ihre Beteiligung an dem Modeunternehmen kürzlich erneut aufgestockt zu haben.

Bitcoin gibt nach

Mit der Sorge vor einer globalen Rezession hat Bitcoin am Mittwoch bis zu 4,3% nachgegeben und ist damit zeitweise unter die Marke von 20.000 Dollar gefallen. Im bisherigen Tagestief wurden für die weltgrößte Kryptowährung 19.947 Dollar gezahlt. Zuletzt lag der Preis bei 20.074 Dollar und damit im Tagesvergleich 3,7% im Minus.

Der Boden dürfte bei Bitcoin noch nicht erreicht sein, erklärte Mark Newton, Leiter der technischen Strategie bei Fundstrat Global Advisors. „Aufwärtsziele sollten sich in der Nähe von 23.300 Dollar einstellen mit einem Maximum in der Nähe von 24.800 Dollar, bevor sich die Preise zurückziehen und wahrscheinlich in der letzten Juniwoche die Tiefs herausfordern.“

Ether fiel bis zu 5% auf ein bisheriges Tagestief von rund 1.066 Dollar. Für Avalanche ging es bis zu 5,5% abwärts, für Solana bis zu 6,8%. „Bevor die Kryptomärkte einen Boden sehen, müssen sich die makroökonomischen Bedingungen verbessern und der aggressive geldpolitische Ansatz der Fed muss nachlassen“, hieß es am Dienstag in einer Analyse von Informa Global Markets.