Liam Spillane, Aviva Investors

„Schwellenländer profitieren von Reflationierung“

Liam Spillane, Leiter Emerging Markets Debt bei Aviva Investors, im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Dem Experten gefallen u.a. russische Anleihen. Bei türkischen Anleihen ist er hingegen vorsichtig.

„Schwellenländer profitieren von Reflationierung“

Es gibt keine Zinsen mehr, die Aussage trifft nur für Euroland zu. In etlichen Schwellenländern gibt es noch relativ hohe Zinsen und Renditen. Diese rücken nun zunehmend in den Fokus. „Global erwarten wir eine Reflationierung der Weltwirtschaft. Dies ist ein gutes Umfeld für Schwellenländeranleihen als Ganzes und besonders für Hartwährungen“, sagt Liam Spillane, Head of Emerging Markets Debt beim britischen Assetmanager Aviva Investors, im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. „Daher erwarten wir aktuell mehr attraktive risikobereinigte Erträge aus Hartwährungen bei Investitionen in Anleihen aus Schwellenländern.“ Genauso wie die Aktienmärkte sind Schwellenländeranleihen im März 2020, als die Pandemie ausbrach, regelrecht gecrasht. Wie die Aktienmärkte haben auch die Emerging-Markets-Anleihemärkte den Coronacrash rasch aufgeholt. Inzwischen notieren sie über dem Niveau vor Corona.

Spillane, der die Entwicklung etlicher Volkswirtschaften eng verfolgt, stuft die Assetklasse Schwellenländeranleihen als aussichtsreich ein und erklärt: „Die Schwellenländer insgesamt dürften von dieser Reflationierung profitieren.“ Allerdings würden sich doch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern auftun. Der Experte wörtlich: „Mehrere Länder haben aber hohe Schulden aufgebaut, die langfristig belasten dürften und die auch für ihre Währungen und ihre Finanzmärkte einen Belastungsfaktor darstellen können.“

In welchen Ländern er die wirtschaftliche Entwicklung positiv einstuft und in welchen nicht, können Sie in der Freitagsausgabe der Börsen-Zeitung lesen.

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