Finanzierungsrunde

Softbank-Einstieg bei Rimac verwässert Porsche-Anteil

Das Elektroauto-Start-up Rimac startet nach der Gründung des Joint Ventures Bugatti-Rimac nun finanzierungsseitig durch. In der jüngsten Runde unter Beteiligung von Softbanks Vision Fund 2 wurden 500 Mill. Euro eingesammelt. Der Anteil von Porsche verwässert sich leicht.

Softbank-Einstieg bei Rimac verwässert Porsche-Anteil

scd Frankfurt

Das Elektroauto-Start-up Rimac ist auf dem Weg, ein langfristiger Tier-1-Technologiezulieferer für globale Automobilhersteller zu werden, einen wesentlichen Schritt vorangekommen. In einer neuen Finanzierungsrunde sammelten die Kroaten insgesamt 500 Mill. Euro bzw. rund 513 Mill. Dollar ein, wie das Unternehmen und der bisherige Hauptanteilseigner Porsche am Mittwoch mitteilten.

Der Sportwagenbauer selbst investiert noch einmal eine zweistellige Millionensumme. Das reicht indes nicht aus, um den Anteil der Volkswagen-Tochter an Rimac stabil zu halten. Dieser hatte zuletzt bei 24% gelegen und wird nun in Folge der Finanzierungsrunde auf rund 20% absacken. Angeführt wird die Runde vom Vision Fund 2 des japanischen Softbank-Konzerns. Zudem ist Goldman Sachs Asset Management neu eingestiegen.

Die vorangegangene Finanzierungsrunde im März 2021 hatte Porsche mit 70 Mill. Euro noch selbst angeführt. Damals war der Anteil von 15 auf 24% ausgebaut worden, was auf eine Bewertung in hoher dreistelliger Millionenhöhe schließen ließ.

Satter Buchgewinn

Mit der jüngsten Kapitalerhöhung habe sich die Bewertung auf rund 2 Mrd. Dollar gut verdoppelt, war aus informierten Kreisen zu hören. Porsche dürfte die Transaktion daher einen satten Buchgewinn bringen, während Rimac, die seit der Gründung im Jahr 2009 schon knapp 710 Mill. Dollar eingesammelt hat, nun endgültig Einhorn-Status erreicht. Firmengründer und CEO Mate Rimac bleibt dabei der Gesellschafter mit den meisten Anteilen.

„Wir haben ehrgeizige Wachstumspläne für die nächsten Jahre und sind stolz auf die Unterstützung durch bedeutende neue und be­stehende Investoren, die an unsere Vision glauben“, wird Rimac in der Mitteilung vom Mittwoch zitiert. „Unser Dank geht auch an das Porsche-Team, das bei unserem bisherigen Erfolg eine wichtige Rolle gespielt hat und seine Unterstützung fortsetzt.“

Das frische Kapital will Rimac in die Erweiterung der Produktion für Großserienprojekte investieren. Die Tochtergesellschaft Rimac Technology konzentriert sich auf die Entwicklung und Herstellung von Hochleistungskomponenten für Elektrofahrzeuge wie Batterien und E-Achsen, die vor allem in Hypercars zum Einsatz kommen sollen.

Mit der aktuellen Finanzierungsrunde solle die Entwicklung zu einem langfristigen Tier-1-Technologiepartner für globale Automobilhersteller vorangetrieben werden. Dazu sollen allein in diesem Jahr 700 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. Rimac arbeitet dabei nicht nur an Projekten mit Porsche, sondern auch mit Aston Martin und Koenigsegg.

Im November 2021 hatten Porsche und Rimac die Gründung eines Joint Ventures zwischen der Hypercar-Sparte von Rimac – Rimac Automobili – und Bugatti Automobiles erfolgreich abgeschlossen. Unter dem Dach des neuen Unternehmens agieren die Marken Bugatti und Rimac Automobili weiterhin als eigenständige Marken und Hersteller. Laut Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke dürfte die Marke Bugatti bei der Elektrifizierung zunächst auf einen hybriden Antrieb setzen.

Wertberichtigt Seite 6