Immobilienfinanzierer

Hypoport baut auf schnelle Sparerfolge

Nach dem Ergebnisrückgang im dritten Quartal und der ausgesetzten Prognose baut Hypoport auf schnelle Sparerfolge. Die weitere Entwicklung am abgekühlten Immobilienmarkt lasse sich schwer absehen.

Hypoport baut auf schnelle Sparerfolge

ste Hamburg

Für den Finanzplattformbetreiber Hypoport lässt sich die Entwicklung am Immobilienmarkt knapp zwei Monate nach Aussetzung der Geschäftsjahresziele weiterhin nicht abschätzen. Das SDax-Unternehmen, das mit der Vorlage der Zwischenmitteilung zum 30. September am Montag Angaben zum dritten Quartal vom 25. Oktober bestätigte, stellt unverändert in Aussicht, dass sich Maßnahmen zur Reduzierung des Kostenniveaus infolge des derzeit schwachen Marktumfelds in der privaten und institutionellen Immobilienfinanzierung sowie im Geschäftsbereich Corporate Finance vom ersten Quartal kommenden Jahres an auf die Unternehmensergebnisse auswirken werden.

Da der deutsche Wohnimmobilienmarkt in den letzten 25 Jahren eine solche Entschleunigung noch nicht erlebt habe, sei die Geschwindigkeit der Marktnormalisierung schwer prognostizierbar, meinte Ronald Slabke, Vorstandschef und zugleich größter Einzelaktionär von Hypoport, zu Wochenbeginn. Daher habe man mit Anpassungen des Kostenniveaus an die aktuelle Marktsituation begonnen, welche sich im ersten Quartal 2023 „materialisieren“ würden. Diese Anpassungen sehen Unternehmensangaben zufolge eine „weitreichende“ Reduzierung der Sachkostenbasis im gesamten Konzern sowie auch einen Abbau von Personalkapazitäten vor. Die Be­schäftigtenzahl zum 30. September lag laut Zwischenmitteilung mit 2570 Mitarbeitenden um 10% über dem Niveau am Vorjahresende. Slabke betonte, Hypoport habe in Krisen wie der Finanzkrise oder während der Corona-Pandemie stets weiter Marktanteile gewonnen. Es stehe „für uns außer Frage, dass es auch dieses Mal so sein wird“.

Aktie volatil

Anleger reagierten unentschlossen auf die Zwischenmitteilung. Die Hypoport-Aktie, die nach dem Rückzug der Prognose im September mit 72,55 Euro auf den tiefsten Stand seit Ende 2016 abrutschte, sich seither aber wieder leicht erholte, startete mit einem Plus von 2,5% zum Vorwochenschlusskurs in den Xetra-Handel. Einen zwischenzeitlichen Rückgang um gut 9% auf 124,50 Euro holte das Papier im weiteren Tagesverlauf auf.

Das Unternehmen hatte am 22. September mitgeteilt, dass die Jahresprognose, die deutlich verfehlt werde, ausgesetzt sei. Zuvor war Hypoport von einem 2022 auf 500 bis 540 (i.V. 446) Mill. Euro steigenden Umsatz sowie einem sich auf 51 bis 58 (48) Mill. Euro verbessernden operativen Ergebnis (Ebit) ausgegangen. „Nach einer hervorragenden Entwicklung im ersten Halbjahr, getragen durch hohe Abschlussneigung für Erst- und Anschlussfinanzierungen in der privaten und institutionellen Immobilienfinanzierung sowie im Corporate-Finance-Geschäft, machte sich im dritten Quartal die Zurückhaltung der Marktteilnehmer deutlich bemerkbar“, er­klärte Vorstandschef Slabke erneut die Gründe für die Rücknahme des Ausblicks. Im Hypoport-Hauptmarkt der privaten Immobilien­finanzierung hielten sich Verbraucher in Anbetracht von hoher In­flation und Zinsanstieg sowie aufgrund von Rezessionsängsten und der Hoffnung auf stärker fallende Immobilienpreise mit Transaktionen zurück.

Schwarze Zahlen

Im dritten Quartal schrumpften die Umsatzerlöse wie im Oktober avisiert im Vorjahresvergleich um 6% auf 105 Mill. Euro zurück, der Rohertrag sank um 2% auf 61 Mill. Euro. Der Rückgang des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen (Ebitda) um 52% auf 9 (i.V. 19) Mill. Euro sorgte dafür, dass nach den ersten neun Monaten mit 55,1 Mill. Euro ein Ebitda wie im Vorjahr zu Buche steht. Nach dem im dritten Quartal um 93% auf 0,8 (11,6) Mill. Euro gesunkenen Ebit weist Hypoport für die ersten neun Monate 2022 mit 31(33,4) Mill. Euro ein um 7% niedrigeres operatives Ergebnis aus. Unter dem Strich hielt sich Hypoport im dritten Quartal mit einem Ergebnis nach Steuern von 1,5 (8,6) Mill. Euro in der Gewinnzone.

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