Börse

London Stock Exchange kauft Aktien zurück

Die London Stock Exchange Group hat mit ihrem bereinigten Halbjahresergebnis die Erwartungen übertroffen. CEO David Schwimmer kündigte einen 750 Mill. Pfund schweren Aktienrückkauf an.

London Stock Exchange kauft Aktien zurück

hip London

Die London Stock Exchange Group (LSEG) hat sich im ersten Halbjahr unerwartet gut geschlagen. „Unsere Strategie funktioniert“, sagte CEO David Schwimmer in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. „Unsere Zahlen belegen das.“ Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg auf 1,8 (i. V. 1,6) Mrd. Pfund. Analysten hatten lediglich 1,7 Mrd. auf der Rechnung. Schwimmer kündigte einen 750 Mill. Pfund schweren Aktienrückkauf an, der sofort in Angriff genommen werden soll. Am Markt hatte man, wenn überhaupt, mit einer geringeren Volumen gerechnet. Die Zwischendividende wurde um mehr als ein Viertel auf 31,7 Pence je Aktie erhöht.

Von der anhaltenden Ungewissheit um den Krieg in der Ukraine und die steigenden Energiepreise zeigte sich Schwimmer unbeeindruckt. „Unsere Kunden brauchen uns in so einem Umfeld sogar noch mehr“, sagte er. Die LSEG sei gut dafür aufgestellt, „was immer es auch bringen mag“. Mittlerweile besteht der Um­satz der Gruppe zu fast drei Vierteln (73 %) aus wiederkehrenden Einnahmen, etwa den Gebühren für Eikon-Terminals. Die Integration des Finanzdatenanbieters Refinitiv verläuft offenbar erfolgreich. Bis Ende des Jahres will das Management bereits 250 Mill. Pfund der bis Ende 2025 erwarteten Kostensenkungen von 400 Mill. Pfund erreicht haben.

„Gesunde Pipeline“

Die Einnahmen der Sparte Capital Markets wuchsen um 12,9 %. Allerdings verlangsamte sich das Geschäft mit Börsengängen deutlich. Im zweiten Quartal wagten gerade einmal drei Gesellschaften den Sprung aufs Parkett. Sie sammelten PwC zufolge lediglich 0,2 Mrd. Pfund ein. Ein Jahr zuvor hatte es noch 20 Initial Public Offerings gegeben. Insgesamt holten sich die Firmen dabei 2,6 Mrd. Pfund. Er könne nicht vorhersagen, wann es sich wieder erhole, sagte Schwimmer. Es gebe aber „eine gesunde Pipeline“ von Firmen, die an den Markt gehen wollen. Zu den Bemühungen, den Chipdesigner Arm Holdings zumindest von einem Zweitlisting in der britischen Metropole zu überzeugen, wollte sich Schwimmer nicht äußern.

Die Sparte Data & Analytics, zu der neben den Eikon-Terminals auch das Indexgeschäft FTSE Russell gehört, lieferte ein Plus von 4,0 %. Hier beschleunigte sich das Wachstum des bereinigten Werts der jährlichen Subskriptionen (ASV) von 4,6 % Anfang des Jahres auf 5,4 %. Finanzchefin Anna Manz hält die Kennzahl für „den besten vorauseilenden Indikator“ für das Subskriptionsgeschäft. Die Analysten von Jefferies nannten das Update des Marktinfrastrukturbetreibers „ermutigend“, unter anderem wegen der Hinweise auf eine starke Kontrolle der Kosten, die sie daraus herauslasen. Ein Nachfolger für Andrea Remyn Stone, die ihr Amt als Group Head Data & Analytics im Juni nach nur einem Jahr niedergelegt hatte, ist noch nicht gefunden.

Man sehe sich weiterhin die Kryptowährungen zugrunde liegende Technologie an, sagte Schwimmer. Dadurch ließen sich Prozesse verbessern. Eine Gefahr für das Post-Trade-Geschäft der Gruppe durch neue Wettbewerber aus der Technologiebranche sieht er jedoch nicht. Das Management von Gegenpartei­risiken, der Umgang mit Sicherheiten und die Erstellung qualitativ hochwertiger Modelle machten einen Großteil des Geschäfts in diesem Segment aus. Vertrauen spiele eine entscheidende Rolle.

London Stock Exchange
Konzernzahlen nach IFRS
1. Halbjahr 
in Mill. Pfund20222021*
Einnahmen37353018
Rohertrag32312626
Ebitda bereinigt17991416
Vorsteuerergebnis803463
Nettoergebnis548143
Ergebnis je Aktie (Pence)98,027,2
Bereinigtes Ergebnis je Aktie (Pence)  167,4  139,0
*) neu ausgewiesenBörsen-Zeitung
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