Aktienmarkt

US-Teuerung drückt Dax

Nachdem die US-Inflationszahlen höher als erwartet ausgefallen sind, drehten die Aktienkurse nach Süden. Die Zalando-Aktie wird immer billiger.

US-Teuerung drückt Dax

wrü Frankfurt

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag nach Veröffentlichung der US-Inflationsrate ins Minus gedreht. Zunächst hatte sich bei ruhigem Geschäft noch eine freundliche Tendenz eingestellt. Dann fiel der Anstieg der US-Inflationsrate mit 8,3% im August gegenüber Vorjahr aber höher aus als erwartet. Die Volkswirte hatten zuvor im Durchschnitt einen Anstieg von 8,1% prognostiziert. Negativ wurde vor allem auch der Anstieg der Kernrate von 5,9% im Vormonat auf 6,3% im August gewertet. „Die Fed ist also weiterhin gefordert“, sagt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Mit diesen Inflationszahlen sei eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte im September in Stein gemeißelt. Dies gelte gerade auch vor dem Hintergrund der im zweiten Halbjahr wesentlich besseren wirtschaftlichen Entwicklung. An den Finanzmärkten blicke man deshalb schon auf die Zinssitzungen im November und Dezember.

Der Dax schloss 1,6% ermäßigt auf 13195 Punkten, während der MDax 3,3% auf 25318 Zähler verlor. Der Euro Stoxx 50 büßte 1,7% auf 3586 Punkte ein. Aufgrund der höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationsrate eröffneten auch die US-Aktienmärkte schwach. Der Technologieindex Nasdaq 100 gab bis zum frühen Abend um 4,2% auf 12204 Punkte nach.

Die monatliche Fondsmangerumfrage von Bank of America (BoA) zeigt eine deutliche Verschlechterung der Anlegerstimmung. Der Nettoanteil der Befragten, die in Aktien untergewichtet sind, hat sich im Vormonatsvergleich um 26 Prozentpunkte auf 52% erhöht, die stärkste gemessene Untergewichtung in Aktien seit Beginn der Erhebungen. Sorgen bereiten den Fondsmanagern vor allem die Inflation, die restriktivere Geldpolitik und die Rezessionsrisiken.

Im Dax verloren Zalando 8,3% auf 22,12 Euro, Hellofresh 6,8% auf 25,27 Euro und Vonovia 5% auf 25,39 Euro. SAP ermäßigten sich um 1,3% auf 86,68 Euro. Warburg Research stuft SAP weiterhin mit einem Kursziel von 115 Euro als Kauf ein. Die Quartalszahlen des Wettbewerbers Oracle zeigten den Gegenwind von der Währungsseite, meint Analyst Andreas Wolf. Mit ihren für 2003 geplanten Preiserhöhungen liege SAP deutlich unter der aktuellen Inflationsrate. Oracle ermäßigten sich im frühen US-Geschäft um 1,5% auf 75,91 Dollar. Credit Suisse stuft die Aktie nach den Quartalszahlen unverändert mit „Outperform“ und einem Kursziel von 115 Dollar ein.

ProSiebenSat.1 hat die vollständige Übernahme der Streaming-Plattform Joyn angekündigt und daher die Gewinnprognose reduziert. Die Aktie gewann 0,4% auf 7,83 Euro. Die Analysten von J.P. Morgan bewerten die Aktie mit „Overweight“ bei einem Kursziel von 20 Euro.