Konjunktur

Britischer Einzelhandel macht weniger Umsatz

Die hohen Lebenshaltungskosten bremsen die Konsumlust der Briten. Das bekommt der Einzelhandel nun deutlicher zu spüren als erwartet. In der kommenden Woche wird die Notenbank den Zins wohl erneut anheben.

Britischer Einzelhandel macht weniger Umsatz

ast Frankfurt

Die Geschäfte der britischen Einzelhändler sind im August nicht gut gelaufen und reihen sich ein in den Reigen aus pessimistischen Konjunkturindikatoren, die zuletzt veröffentlicht wurden. Die Umsätze schrumpften im August zum Vormonat um 1,6%, wie das Statistikamt ONS am Freitag in London mitteilte. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang von 0,5% gerechnet. Im Juli war der Einzelhandelsumsatz noch um 0,4% gestiegen. Das Statistikamt hatte die Zahl nach oben revidiert von bisher +0,3%.

Steigende Lebenshaltungskosten belasten den Absatz im Einzelhandel, wie das Statistikamt schrieb. Die steigenden Kosten haben die Wirtschaft bereits hart getroffen und machen sich nun auch beim Privatkonsum bemerkbar. Der Rückgang erfasste alle Hauptsektoren wie etwa Lebensmittelgeschäfte. Überdurchschnittlich fiel der Umsatz im Segment, das den Online-Handel umfasst. Trotz des Rückgangs liegt der Umsatz im Online-Handel aber immer noch knapp ein Viertel über dem Niveau vor der Pandemie.

Zwar hat sich die Teuerung in Großbritannien im August auf 9,9% von im Juli 10,1% leicht abgeschwächt, bleibt aber nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Die US-Großbank Citi erwartet für Anfang des kommenden Jahres sogar Inflationsraten von bis zu 18%. Wegen des Tods der Monarchin Elizabeth II. tagt der Währungsausschuss der Bank of England erst in der kommenden Woche. Der Markt rechnet mit einer Zinserhöhung von 50 oder 75 Basispunkten gegenüber dem Niveau von derzeit 1,75%.

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