Märkte am Mittag

Dax vor dem Verfall schwächer

Zum Abschluss einer ereignisreichen Woche sinkt der Dax vor den anstehenden vier Verfallterminen. Außerdem hat die Wirtschaft mit dem höchsten Anstieg der Produzentenpreise seit 1951 zu kämpfen.

Dax vor dem Verfall schwächer

Dax gibt nach – Nach den Sitzungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) rückt vor dem Wochenende der große Verfall in den Blick der Börsianer. An diesem Freitag laufen an den Terminbörsen Optionen und Future-Kontrakte auf die großen Aktienindizes wie den Dax aus. Bis zum Mittag verlor dieser 0,73% auf 15.522 Zähler. Auf Wochensicht zeichnet sich ein Minus in ähnlicher Höhe ab.

Das Börsengeschehen ist an den vier Verfallterminen im Jahr zumeist von technischen Aspekten geprägt: Einige große Investoren könnten versuchen, die Kurse noch schnell in die für sie günstige Richtung zu bewegen. Im Dezember finde an den Terminbörsen der größte und wichtigste Verfallstermin statt, mit deutlicheren Ausschlägen sei da immer zu rechnen, erklärte Thomas Altmann, Portfoliomanager von QC Partners.

Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gab um 0,35% auf 34.353 Punkten nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,82% auf 4167 Zähler.

Größter Verlierer im Dax waren Delivery Hero mit minus 4% auf dem niedrigsten Stand seit September 2020. Europaweit wurden die Aktien von Essenslieferanten verkauft, auch Deliveroo und Just Eat Takeaway gerieten unter Druck.

Daimler verloren 2,3%. Die britische Investmentbank HSBC strich die Kaufempfehlung für die Aktien der Stuttgarter. Nachdem Analyst Henning Cosman die Papiere seit Jahresanfang zum Kauf empfohlen hatte, riet er nun zum „Halten“.

Nach Startschwierigkeiten der Airbus-Aktien drehten diese ins Plus, das zuletzt 0,7% betrug. Der Flugzeugbauer hat von Air France-KLM einen Auftrag über 100 Mittelstreckenjets erhalten.

In der zweiten Reihe setzten sich die Aktien von Rational an die Spitze des MDax. Sie gewannen 3%, nachdem die Deutsche Bank die Verkaufsempfehlung für die Papiere des Großküchenausrüsters gestrichen hatte.

Derweil sind die Erzeugerpreise in Deutschland im November so stark gestiegen, wie seit 70 Jahren nicht mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat legten die Produzentenpreise um 19,2% zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Hauptverantwortlich für den Preisanstieg sei weiterhin die Entwicklung der Energiepreise, erklärten die Statistiker. Energie war im November fast 50% teurer als ein Jahr zuvor. Erdgas verteuerte sich auf Jahressicht um gut 83%, elektrischer Strom war 48% teurer. Hohe Preissteigerungen gab es auch bei Vorleistungsgütern wie Metallen oder Holz. Die Zuwächse sind Folge einer steigenden Nachfrage bei teils stark begrenztem Angebot aufgrund erheblicher Verspannungen im Welthandel.

USA: Technologiewerte unter Druck – An der Wall Street hat sich nach der Euphorie vom Vortag wieder Ernüchterung breit gemacht. Nachdem am Mittwoch die klarere geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank (Fed) noch für große Freude gesorgt hatte, setzten am Donnerstag neu aufgeflammte Zinssorgen insbesondere die konjunktursensiblen Technologiewerte unter Druck. Für Irritation sorgte, dass sich die britische Notenbank unerwartet deutlich gegen die hohe Inflation stemmt und überraschend ihren Leitzins erstmals in der Corona-Pandemie angehoben hat. Der technologieorientierte Nasdaq 100 musste seiner Vortagesrally Tribut zollen und sackte um 2,6% auf 15.863 Punkte ab.

Asien: Schwächer – Die Aktienmärkte in Asien haben am Freitag schwächer tendiert. Nach der überwiegenden Erholung am Vortag standen die Märkte erneut unter Druck. Ernüchterung machte sich nach den Zinssignalen in verschiedenen Ländern breit. Der CSI-300-Index, der die 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland umfasst, sank zuletzt um 1,4%, der Hang-Seng-Index in der Sonderverwaltungszone Hongkong fiel um 1%. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss 1,8% schwächer. Japans Zentralbank schraubt die Corona-Finanzhilfen für große Unternehmen zurück, verlängert aber die Unterstützung für kleinere Firmen. Insbesondere die Schwäche der Technologiewerte in den USA belastete die Stimmung.

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