Milliardenfusion

Capital & Counties will Shaftesbury übernehmen

Im Londoner West End könnte es bald zu einer Milliardenfusion kommen. Capial & Counties und Shaftesbury haben offenbar Gespräche aufgenommen.

Capital & Counties will Shaftesbury übernehmen

hip London

Capital & Counties (Capco) und Shaftesbury haben Gespräche aufgenommen, aus denen eine 3,6 Mrd. Pfund schwere Im­mobiliengesellschaft hervorgehen könnte, deren Besitz sich im Londoner West End ballt. Damit kämen umfangreiche Büro-, Gewerbe- und Wohnflächen in Covent Garden (Capco) sowie Carnaby, Chinatown und Soho (Shaftesbury) unter ein gemeinsames Dach. Offenbar will die kleinere Capco Shaftesbury übernehmen. Zwar hätten die früheren Shaftesbury-Aktionäre die Mehrheit an der fusionierten Gesellschaft, doch würde sie von Capco-Chef Ian Hawksworth geführt.

Wie aus einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Real Estate Investment Trusts (Reits) hervorgeht, sollen die derzeitigen Shaftesbury-Aktionäre 53 % erhalten. Darin ist die bereits existierende Beteiligung von Capco nicht enthalten. Das Unternehmen, das sich von Rothschild beraten lässt, hält rund ein Viertel an Shaftesbury, nachdem es im Pandemiejahr 2020 die Beteiligung des Hongkonger Immobilientycoons Sa­muel Tak Lee übernommen hatte. Shaftesbury gehen Evercore und Blackdown Partners zur Hand. Der Shaftesbury-Chef Brian Bickell will sich nach 36 Jahren im Unternehmen, davon elf Jahre als CEO, zur Ruhe setzen. „Wir hatten immer den Verdacht, dass es zu einem Merger kommen könnte, wenn sich Bickell entscheidet, in den Ruhestand zu gehen“, schrieb die Analystin Miranda Cockburn von Panmure Gordon. Weil von Shaftesbury aber nur Chris Ward als COO in der Unternehmensführung bleiben soll, fühle sich der Deal mehr wie ein Takeover an. Er werde auch als solcher strukturiert. Shaftesbury-Chairman Jonathan Nicholls ist als Vorsitzender des Boards der fusionierten Gesellschaft vorgesehen. Die Norges Bank, die 25 % an Shaftesbury und 15 % an Capco hält, hat ihre Unterstützung für den Deal signalisiert, der Kostensenkungen ermöglichen dürfte.

Die Analysten von Stifel unterstellen, dass Shaftesbury-Aktionäre 3,33 neue Capco-Aktien je Anteilschein erhalten könnten. Aus ihrer Sicht würde der Zusammenschluss nicht nur mehr Liquidität für die Aktie bedeuten. Abgesehen von der Norges Bank, die etwa 20 % halten würde, hätte das fusionierte Unternehmen ein viel ausgewogeneres Aktienregister als die beiden Firmen in den vergangenen Jahren.

Wertberichtigt Seite 6