Konzernzerschlagung

Unsicherheit belastet Telecom Italia

Die Chancen auf eine Übernahme von Telecom Italia (TIM) durch den US-Investor KKR sind quasi auf null geschrumpft. Kommt jetzt die Private-Equity-Gesellschaft CVC zum Zuge?

Unsicherheit belastet Telecom Italia

bl Mailand

Die Chancen auf eine Übernahme von Telecom Italia (TIM) durch den US-Investor KKR sind quasi auf null geschrumpft. Entsprechend gab der Kurs von TIM, der sich seit Monaten auf Talfahrt befindet, gestern an der Mailänder Börse um 1,3% auf 31,16 Cent nach. Seit Vorlage des unverbindlichen KKR-Übernahmeangebots über 10,8 Mrd. Euro Ende November ist der TIM-Kurs um etwa 39% eingebrochen.

In einem Brief an TIM ist KKR von der damaligen Offerte abgerückt. Zur Begründung werden die drastische Verschlechterung der Ge­schäfts­aussichten mit drei Gewinnwarnungen sowie die von TIM immer wieder blockierte Due-Diligence-Prüfung als Voraussetzung für ein bindendes Angebot genannt.

Immer wahrscheinlicher wird nun die Aufspaltung von TIM in eine Netz- und eine Dienstleistungssparte und die Bildung einer monopolistischen Netzwerkgesellschaft mit dem Konkurrenten Open Fiber, die mehrheitlich von der Staatsbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) kontrolliert wird. Entsprechende Verhandlungen zwischen TIM und CDP haben begonnen. Die Bildung einer monopolistischen Netzgesellschaft ist jedoch mit zahlreichen Hindernissen, auch kartellrechtlicher Art, verbunden.

Im Falle einer Aufspaltung von TIM steigen die Chancen der luxemburgischen Private-Equity-Gesellschaft CVC, die ein unverbindliches Angebot für einen Minderheitsanteil an der Dienstleistungssparte für Großunternehmen und die öffentliche Verwaltung vorgelegt hat. Schätzungen zufolge könnte CVC dafür bis zu 6 Mrd. Euro hinblättern müssen. Der TIM-Verwaltungsrat fordert von CVC, bis zum 11. April eine rechtlich bindende Offerte vorzulegen.

Die Idee einer Aufspaltung mit einem Einstieg von CVC scheint von der TIM-Geschäftsführung klar favorisiert zu werden. Damit wäre die Übernahme von TIM durch KKR vom Tisch – auch wenn die Amerikaner nach einer Akquisition offenbar auch eine Aufspaltung von TIM planen.

Unterdessen haben in den vergangenen Wochen drei Agenturen ihr Rating für TIM heruntergestuft.