Batterien

VW und Mercedes wollen sich Rohstoffe in Kanada sichern

Volkswagen und die Mercedes-Benz Group haben Abkommen mit Kanada geschlossen, um sich den Zugang zu Rohstoffen wie Nickel, Kobalt und Lithium für die Batterieproduktion zu sichern, berichten mit dem Abkommen vertraute Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten.

VW und Mercedes wollen sich Rohstoffe in Kanada sichern

Bloomberg Frankfurt

Volkswagen und die Mercedes-Benz Group haben offenbar Abkommen mit Kanada geschlossen, um sich den Zugang zu Rohstoffen wie Nickel, Kobalt und Lithium für die Batterieproduktion zu sichern. Das berichten mit dem Abkommen vertraute Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten. Die Absichtserklärungen würden am Dienstag in Toronto in Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz und dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau unterzeichnet.

Mit der Vereinbarung wolle VW die Lieferketten für ihre Werke in den USA verkürzen und Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Zöllen und Steuervorschriften vermeiden, sagte eine der Personen. Der Schritt sei zum Teil durch neue Vorschriften ausgelöst worden, die US-Präsident Joe Biden letzte Woche in Kraft gesetzt hat. Ein Sprecher von VW erklärte, dass der Automobilhersteller und seine eigens für das Batteriegeschäft geschaffene Einheit namens PowerCo daran arbeiten, ihre Batterieaktivitäten auszubauen und insbesondere zuverlässige und nachhaltige Lieferketten zu schaffen. Dies gelte auch für den vielversprechenden nordamerikanischen Markt. Ein Sprecher von Mercedes lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Inflation Reduction Act der Biden-Administration ermöglicht es Verbrauchern, weiterhin bis zu 7 500 Dollar an Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge zu erhalten, wenn die Hersteller neue Lieferkettenanforderungen erfüllen. Mineralien müssen dabei in Ländern gewonnen oder verarbeitet werden, mit denen die USA ein Freihandelsabkommen geschlossen haben, und ein großer Teil der Batteriekomponenten muss in Nordamerika hergestellt oder montiert werden.

Autohersteller wie VW und Stellantis haben ehrgeizige Pläne für die Herstellung von Batterien in Angriff genommen. VW plant allein in Europa sechs Anlagen, während Mercedes-Benz gemeinsam mit Stellantis ein Batterieprojekt im Wert von 7 Mrd. Euro plant und weltweit insgesamt acht Anlagen anstrebt.

VW erwäge auch den Aufbau einer eigenen Batteriezellenfertigung in Nordamerika, sagte Johan De Nysschen, Chief Operating Officer von Volkswagen of America, im Juni. Ziel sei es, einen bevorstehenden Batteriemangel durch die Ergänzung der Zulieferer mit eigener Produktion zu mildern. Der Vorstand sei noch dabei, die Idee zu prüfen, und es sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden, fügte er hinzu.

Eine Wirtschaftsdelegation, der auch VW-Vorstandschef Herbert Diess angehört, begleitet Scholz auf seiner Kanada-Reise, seiner ersten seit seinem Amtsantritt Ende vergangenen Jahres.